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Kolonialismus in Chronologie I.
1. Wikinger - Kreuzzüge - Templerorden - Italien - Portugal - Spanien bis 1492
von Michael Palomino (1998 / 2003 / 2005 / 2007 / 2009)
Heinrich, ein "Seefahrer":
Reaktion auf die islamische Besetzung von Konstantinopel...
Kommentar
Die vorliegende Chronologie zeigt den beginnenden Kolonialismus von den Wikingern bis zu Kolumbus, mit Marco Polos China-Reise, mit der kompensativen portugiesischen Seefahrt entlang von Afrika bis nach Indien und der spanischen Konkurrenz. Die Chronologie gibt eine umfassende Übersicht über die vermeintlichen Gründe zum Kolonialismus, über die Politik der Expansion, des Tauschhandelns und des Raubs als Mittel gegen Krisen in Europa.
Der arabische Kolonialismus erstreckt sich gleichzeitig ebenso bis zu den "Philippinen" und den Molukken.
Zudem sind einige Weltkarten einbezogen, die die europäischen Vorstellungen der damaligen Zeit verdeutlichen.
Umstrittener Marco Polo: Nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Reise von Marco Polo nicht mehr gesichert, weil sich in der Reisebeschreibung einige Unmöglichkeiten befinden. Insgesamt wird die europäische Geschichte aber nicht gross verändert, wenn die Reise von Marco Polo erfunden ist. Es wird allenfalls der Stolz Italiens etwas vermindert.
Michael Palomino
1998 / Oktober 2003 / April 2005 / Dezember 2005 / Mai 2007 / 2009
Quellen
Reinhard, Wolfgang: Geschichte der europäischen Expansion.
- Bd.I: Die Alte Welt bis 1818. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1983
- Bd.II: Die Neue Welt. Verlag W.Kohlhammer GmbH, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz. Verlagsort: Stuttgart, 1985
Huby, Felix. Traumreisen; Auf den Spuren grosser Entdecker. Deutscher Bücherbund GmbH, Stuttgart, Hamburg, München, 1980
über Colombo: Internet: H.Mückler: Kolumbus, Christoph:
http://www.univie.ac.at/Voelkerkunde/apsis/oceania/columbus.htm
über Philippinen: Internet: Payer, Margarete: Chronik zur Geschichte der Philippinen
http://machno.hbi-stuttgart.de/_payer/weltw43.html
Weitere Quellen:
Internet: R.H.Ossian: Pirate King's Library
Internet: http://web.history.ufl.edu/west1/expan.htm
Karten: Seibold, Jim: Cartographic Images: The Late Medieval Maps 1300-1500
Internet: http://www.iag.net/~jsiebold/carto.html
Inhalt
1. Erste skandinavische Schiffe auf Grönland und amerikanischem Festland
2. Die Kreuzzüge und Bettelorden - Aufbau der ersten Kolonieverwaltungen ca.1000-1291
3. "Philippinen"-China - Venedigs Macht - Tatarenreich - Marco Polo - Island-Norwegen
4. Italienischer Kolonialismus im "Hohen Mittelalter" - Pest in Europa - Portugals Afrika-Expeditionen - "Philippinen" werden muslimisch - Wirtschaftskrise Portugals - Italiens Gewürzhandelsmonopol im Mittelmeer - Bürgerkriege in Spanien, Kriege zwischen Portugal, Spanien und Frankreich
5. Erste Kolonien Portugals in Afrika - Kriege innerhalb Italiens - Medici und "Kunstförderung" - Begründung der europäischen Sklaverei 1441 in portugiesischen Kolonien - Islam auf den Banda-Inseln - erste europäische Weltkarten
6. Spanische Flotten konkurrenzieren Portugals Seemacht - Thesen aus Florenz für einen direkten Seeweg nach Indien - Sultanat Sulu auf den "Philippinen" - Islam auf den Banda-Inseln - Spanien besetzt die Kanaren - Portugals neue Währung "Cruzado" - Portugals Goldhandel mit Afrika, Italiens Höhepunkt mit Orienthandel
7. Portugal besetzt islamische Städte in Afrika - Portugals Goldraub in Ghana - Spanien und Portugal reiben sich auf im Erbfolgekrieg - Gründung des Sultanats "Mindanao" auf den "Philippinen" - These von Columbus: ein "Westweg" nach Indien - Spaniens Inquisition ab 1478 - 1479: Vertrag von Alcáçovas: Spanien darf nicht nach Afrika - Portugals Gold aus dem Sudan
8. Fugger-"Aufstieg" - die Erde ist "rund" - Columbus-Träume nach Indien - die "Casa de India" Portugals - päpstliche "Hexenbulle" 1484 - Columbus wirbt beim spanischen König für den "Westweg" - Portugal kartographiert die afrikanische Westküste - "Kap der Stürme", dann "Kap der Guten Hoffnung"
9. Islam auf den Nelkeninseln 1490 - erste Indien-Fahrten Portugals - Portugal schwimmt im afrikanischen Gold - Spaniens Krone bewilligt den "Westweg" nach Indien - Granada 1492 spanisch besetzt, Vertreibung von Juden und Morisken - Columbus' Expedition erreicht die Karibik
1.
Erste skandinavische Schiffe auf Grönland und amerikanischem Festland
Günstige Winde als Voraussetzung für transkontinentale Seefahrt
Transkontinentale Entdeckungen können im Segelschiffzeitalter nur dort stattfinden, wo für Segelschiffe gute Winde herrschen. Die ersten transkontinentalen Reisen über den Atlantik finden im Bereich der polaren Ostwinde auf der Höhe Norwegens und Grönlands statt, die zweiten nach dem portugiesischen Vordringen bis zur Höhe des Äquators im Bereich des Nordost-Passats nach dessen Entdeckung für die europäische Welt (Reinhard, Bd.II., S.32).
Island
Ab dem 7. Jh. halten sich irische Mönche auf Island auf (Reinhard, Bd.II., S.32).
Hunger als Grund für die Entwicklung der skandinavischen Schifffahrt
In Skandinavien, das aus Urgestein besteht, sind die Weideflächen und das Ackerland knapp. Das Bevölkerungswachstum bringt die Bevölkerung Skandinaviens in Schwierigkeiten. Nahrungsmittelknappheit hat Kämpfe um den Boden unter den Skandinaviern zur Folge. Die Stämme tun sich zu Wehrgemeinschaften zusammen:
-- es herrscht Verpflichtung zur Blutrache
-- Mord, Totschlag und Brandanschläge der Sippen vererben sich durch Generationen
-- dem Morden zu entgehen heisst aufs Meer zu ziehen, zu fischen und neue Küsten zu entdecken
-- die Skandinavier werden mit dem Meer immer vertrauter, werden Fischer, Jäger und "Entdecker", was sich über die Generationen weiterverpflanzt (Huby, S.25).
9. / 10. Jh.
Nordische Raubzüge und Besetzungen
Erik der Rote wird zum eingefleischten Seefahrer. Er hat "seine Mannschaft" auf dem Schiff hinter sich. Er ist ein gewaltiger, im Zweikampf unbesiegter Bursche, rauflustig und rücksichtslos (Huby, S.25).
Ab dem 9. Jh. beginnen norwegische Seeleute mit Seeraub und Eroberungen auf Island (Reinhard, Bd.II., S.32).
900
Sichtung des Landes westlich von Island
Der Wikinger Seefahrer Gunnbjörn Ulfsson sichtet Grönland, landet aber nicht. Wegen fehlender Schriftlichkeit sind nur mündliche Berichte überliefert (Huby, S.25).
982
Todschlag und 3-jährige Verbannung von Erik dem Roten - Entdeckung von "Grönland" - Eystribygd und Vestribygd
Erik der Rote wird auf Island wegen Todschlag zu drei Jahren Verbannung verurteilt.
->> die Sippe des Erschlagenen verfolgt ihn
->> die Mannschaft von Erik dem Roten hält zu ihm
->> Erik der Rote kann von Island auf seinem Schiff flüchten und die Verfolger abschütteln
->> das Schiff Erik des Roten befindet sich auf See auf unbekannten Wegen (Huby, S.25).
Das Boot der Flüchtlinge um Erik den Roten entdeckt das Land westlich von Island
Die Bedingungen des Landes westlich von Island:
-- steinig, Wacholderbüsche, Birken, Erlen, Moosflächen
-- Holzhäuser zu bauen ist beschränkt möglich
-- viel Fisch und Wild: Rentiere, Polarfüchse, Bären, Robben
-- Temperaturen an der Südspitze: im Sommer +10°, im Winter -10°, erst weiter nördlich -30°C (Huby, S.25).
Das Klima ist zu dieser Zeit günstiger als heute und die eisfreie Fläche grösser [Stand 1985] (Reinhard, Bd.II., S.32).
985
Ende der Verbannung von Erik dem Roten - Plan der Besiedelung
Im Sommer 985 ist die Verbannungszeit für Erik den Roten vorbei. Um seine Siedlungspläne zu verwirklichen bzw. um neue Siedler anzulocken, nennt er das neue Land "Grönland" ("grünes Land") (Huby, S.26).
985
Besiedelung von "Grönland"
Erik der Rote kann auf Island 300 Auswanderer für sich gewinnen. 35 Schiffe mit Vieh, Ackergerät und Saatgut stechen in See. Ein Sturm und Nebel lässt 19 Schiffe untergehen. Es erreichen 16 Schiffe Island. Die Siedler "gründen" Westbygd und Ostbygd und leben von Viehzucht (v.a. Schafzucht), Ackerbau und Fischfang (Dorsch, Heilbutt) (Huby, S.26).
Eystribygd und Vestribygd sind beides Streusiedlungen (Reinhard, Bd.II., S.32). Grönland erlebt den ersten Staat der Wikinger unter Erik dem Roten. Knapp ist nur das Holz, denn die Krüppelwälder sind bald vom Hausbau aufgebraucht: [Bäume ausgerottet] (Huby, S.26).
Grönland: Beispiel Narsaq: Berge, Häuser, Meer, aber keine Bäume
986
Die kaum propagierte Entdeckung von holzreichem Land westlich von "Grönland"
Der Handelsfahrer Bjarni Herjulfsson, der zwischen Norwegen und Island verkehrt, will wie sein Vater nach "Grönland" auswandern. Auf dem Meer wird er im Nebel vom Nordwestwind abgetrieben. Nach fünf Tagen sieht Herjulfsson hügeliges und dicht bewaldetes Land (heute "Süd-Labrador").
Herjulfsson landet jedoch nicht, fährt nordwärts, immer flacherem, bewaldetem Land entlang (heute "Nord-Labrador").
Statt zu landen nimmt Herjulfsson den Wind in Richtung Osten, passiert eine Insel (heute: "Baffin Island") und kommt nach vier Tagen auf "Grönland" an.
Komplexerweise verbreitet sich das Wissen um den Waldreichtum im westlichen Nachbargebiet von "Grönland" nicht (Huby, S.26).
Christianisierung des 2.Sohnes von Erik dem Roten - Info der Wälder westlich von "Grönland"
Der zweite Sohn von Erik dem Roten, Leif Eriksson, begegnet dem frommen norwegischen König Olav Tryggvason und nimmt danach auf Norwegen das Christentum an. Vom König Olav Tryggvason erfährt Leif Eriksson, dass das westliche Nachbarland von "Grönland" reich bewaldet ist (Huby, S.26).
König Olav Tryggvason schickt Leif Eriksson mit einem Priester nach Grönland, um dort das Christentum einzuführen [mit der Kombination der Botschaft vom waldreichen Land lässt sich die Christianisierung wohl leichter vollziehen].
Wald ist für "Grönland" Bauholz und Brennholz (Huby, S.27).
ab 999
"Christianisierung" und Handel auf "Grönland"
Ab 999 sorgt die norwegische Kirche auf "Grönland" für "Christianisierung". Die politische Organisation ist rudimentär. Einmal jährlich kommt ein norwegisches Schiff mit Eisen und Getreide. Grönland bezahlt mit Walrosselfenbein und Narwalstosszähnen (Einhorn) (Reinhard, Bd.II., S.37).
1000
Erik der Rote erfährt vom Holzreichtum im westlichen Nachbarland
durch seinen 2.Sohn, Leif Eriksson (Huby, S.26).
1000
Geplante Expedition von "Grönland" westwärts - Wikingersiedlung
Der zweite Sohn Erik des Roten, Leif Eriksson, kauft Bjani Herjulfsson sein Schiff ab und fährt mit 35 Mann Richtung Westen in umgekehrter Richtung, wie dieser vor 14 Jahren gefahren ist.
Die Expedition passiert "Baffin Island", das Leif Eriksson "Helluland" nennt (dt: "Land der flachen Steine") dann "Nord-Labrador", das Leif Eriksson "Markland" nennt (dt.: "Waldland").
Danach stösst die Expedition auf "Belle Isle", fährt durch den Sund zwischen "Belle Isle" und "Cape Bauld" nach Norden und sucht nach einem Stützpunkt für spätere Fahrten. Das Schiff wird einen Fluss hinaufgezogen und erreicht einen See, an dessen Ufer eine erste Zeltsiedlung aufgeschlagen, dann aber die langgestreckten Wikingerhäuser ("Budirs") errichtet werden. Die Siedlung der Expedition heisst in Anlehnung an den Anführer "Leifbudir" (Huby, S.27).
Leif Erikson: Portrait auf Münze
Leif Erikson: Karte mit der Route Grönland-Neufundland
ab 1000
Norwegischer Holzraub in Neufundland
Die norwegischen Expeditionen gehen bis Neufundland, wo ab 1000 regelmässig Holz geschlagen und abtransportiert wird. Die Siedlungen auf Neufundland selbst sind nicht beständig (Reinhard, Bd.II., S.38).
Das Überleben der Wikinger in "Leifbudir"
-- im Fluss befinden sich Lachse in riesigen Mengen
-- die Vegetation gibt Tierfutter bis in den Spätherbst (Huby S.27)
-- es wächst wild wachsender Weizen u.a. (Huby S.28).
Auf Expeditionen entdecken die Siedler wilde Weintrauben
-- die Wikinger nennen das Land "Vinland" (dt.: "Weinland"), das Überleben scheint sehr gut möglich
-- die Angehörigen der Expedition werden bis heute als die "Vinlandfahrer" bezeichnet und der Ort im heutigen "Massachusetts" vermutet, wo heute noch wild Weintrauben wachsen (Huby, S.27).
Karte von Europa mit Vinland
Vikingerschiff
1001
Rückfahrt der skandinavischen Expedition
Die Expedition fährt nach "Grönland" zurück, reich mit Holz, Beeren und geschrotetem Korn beladen. Vor Grönland rettet Leif Eriksson 15 Schiffbrüchige, was ihm den Beinamen "der Glückliche" einträgt. Vater Erik der Rote ist begeistert, jedoch von einem Zweikampf verletzt und überdies betagt. Doch will er trotzdem "Vinland" sehen.
Der Priester tauft Erik den Roten. Leif bleibt bei seinem Vater und instruiert seinen Bruder Thorwald Eriksson für die Fahrt nach "Vinland" (Huby, S.28).
1003
Expedition von Grönland nach "Vinland" unter Thorwald Eriksson
Mit 60 Männern und fünf Frauen findet die Expedition "Vinland" und "Leifbudir" auf Anhieb. Die Expedition überwintert zwei Winter (Huby, S.28).
1005
Expedition von "Vinland" Richtung Norden und Osten - Tötung von Eingeborenen
Im Jahr 1005 unternimmt Thorwald Eriksson eine Expedition in nordöstlicher Richtung. Sie begegnen den ersten Eingeborenen im Kajak. Die Wikinger töten sie, ohne zu kommunizieren. Einem Eingeborenen gelingt die Flucht. In einer Racheaktion gelingt den Eingeborenen die Rache. Thorwald Eriksson wird tödlich verletzt. Die Überlebenden errichten ihm an einem Kap ein Kreuz und beerdigen ihn am neu benannten Kap "Kossanes" ("Kreuzkap") (Huby, S.28).
1006
Rückkehr der Expedition ohne Thorwald - erfolgloser Versuch der Rückführung des Leichnams von Thorwald
Die Expedition kehrt ohne Thorwald, aber reich beladen mit Holz und Beeren zurück.
Im Sommer plant der dritte Sohn von Erik dem Roten, Thorstein Eriksson, den Leichnam Thorwalds heimzuholen und auf "Grönland" zu begraben.
Die Expedition scheitert im Sturm und Nebel und wird glücklicherweise nach "Grönland" zurückgetrieben (Huby, S.28).
1008
Erneute Überfahrt nach "Leifbudir"
Eine Expedition unter dem isländischen Kaufmann Thorfin, der die Witwe von Thorwald, Gudrid Eriksson, geheiratet hat, erreicht mit 250 Mann, drei Schiffen und zwei Schottischen Sklaven "Vinland". Die Schottischen Sklaven sind die Botschafter, wenn neues Land entdeckt ist, um mit den Eingeborenen ersten "Kontakt" aufzunehmen.
1008 / 1009
Strenger Winter in "Leifbudir"
Der Winter ist sehr kalt. Es entwickelt sich Streit um die Nahrung. Zehn Leute versuchen die Fahrt zurück, bleiben aber für immer verschollen. Der Rest segelt im Frühling 1990 nach Süden, kommt an eine Flussmündung mit wildem Weizen und Fisch, wird dort aber von den Eingeborenen bekämpft. Zudem verschärft sich die Situation wegen Streit um die wenigen Frauen.
->> Karlsefnis muss wegen innerer Schwierigkeiten nach "Grönland" zurückkehren, ohne eine neue Siedlung gegründet zu haben (Huby, S.28).
1011
Fahrt nach "Leifbudir" unter Fredis
Unter dem Kommando der Tochter Fredis von Erik dem Roten gelingt die Überfahrt. Wegen Neid um das starke Schiff "Knarr" wird jedoch etwa die Hälfte der Leute erschlagen. Reich beladen kommt die Expedition 1012 wieder nach "Grönland" zurück (Huby, S.28).
Erfolglose Siedlung "Leifbudir" und Entvölkerung Islands
Konflikte mit den Stämmen der Urbevölkerung und eine Klimaverschlechterung machen die Existenz der Siedlungen schlussendlich unmöglich (Reinhard, Bd.II., S.38).
2.
Die Kreuzzüge und Bettelorden - Aufbau der ersten Kolonieverwaltungen ca.1000-1291
Die Kreuzfahrerstaaten werden die ersten christlichen "Kolonien" (Reinhard, Bd.II., S.39).
Die Zwecke von Kreuzzügen und Kolonisationen
Ab den Kreuzzügen steht fast jede Eroberung des Kolonialismus [bis heute!] unter folgenden Zielen der Kolonisatoren:
-- Reichtum durch Versklavung des kolonisierten Staates
-- Aufstieg im Stand des Heimatlands
-- Ruhm im Heimatland und im kolonisierten Staat
-- Macht im kolonisierten Staat
Es stellt sich heraus, dass diese Ziele alle in relativ kurzer Zeit erreicht werden können. Um das Seelenheil der Andersgläubigen wird nicht im Geringsten nachgedacht (Huby, S.23).
[Ausführlich über die katastrophalen Kreuzzüge
siehe die Chronologien über die Kirche, Unterkapitel: Kreuzzüge]
Schiffsentwicklung
Bisher wird im Mittelmeerraum vor allem die römische Galeere verwendet, ein sehr wendiges Ruderschiff (Reinhard, Bd.II., S.29).
Es kommt zur Entwicklung von Segelschiffen, die sehr wandlungsfähig, aber weniger wendig sind. Später wird das schwenkbare Steuerruder am Heck des Schiffes entwickelt (nachweisbar im romanischen Taufstein der Kathedrale von Winchester 1180). Das Heckruder soll in China schon 1000 Jahre früher bekannt gewesen sein.
Nacheinander entwickeln sich verschiedene Segelschifftypen: die Karacke mit grossem Laderaum, die Karavelle (klein, sehr wendig) und ab dem 16. Jh. die Galeone, ein Kriegsschiff mit niedrigen Aufbauten (Reinhard, Bd.II., S.31).
Navigation
Schon unter Wipkingern und Polynesiern muss es ein grosses navitagorisches Wissen gegeben haben (Reinhard, Bd.II., S.33). Die italienischen und portugiesischen Seefahrer entwickeln ein Orientierungssystem am Polarstern mittels Quadranten und dem "Jakobsstab" (S.35). Da auf der Südhalbkugel auf der anderen Seite des Äquators der Polarstern nicht mehr sichtbar ist, orientieren sich die Seefahrer mittels Winkeltabellen an der Sonne (Huby, S.36).
12.-14. Jh.
Italienische Städte als Kolonialherren im Mittelmeer
Daneben besetzen die italienischen Schifffahrerstaaten Venedig und Genua erste Gebiete:
-- Zypern bzw. Chios
-- Kaffa auf der Krim.
In dieser Zeit werden die Grundformen der Finanzierung und Verwaltung von Kolonialunternehmungen erprobt: Landvergabe, wirtschaftliche Nutzung, Plantagenwirtschaft und Sklavenwirtschaft mit Sklaven aus Palästina und Zypern (Reinhard, Bd.II., S.39).
Italienischer Sklavenhandel und Plantagenbau
Die Italienischen Seefahrerstädte Genua und Venedig fördern den Sklavenhandel, wobei die "Sklavenfangebiete" immer kleiner werden, je länger die "Christianisierung" fortschreitet. Sie fangen die Heiden auf der Krim und machen tatarische, kirgisische und georgische Kriegsgefangene.
Nach der islamischen Eroberung von Konstantinopel jedoch können keine Sklaven mehr aus der Region des Schwarzen Meeres geholt werden. Der "Sklavenstrom" aus dem "Morgenland" versiegt (Huby, S.22).
13. Jh.
Missionseifer und Entstehung der Bettelorden als Alternative zur Papst-Kirche
Als Konkurrenzorganisationen der Papstkirche gründen sich die Bettelorden der Dominikaner und Franziskaner mit dem Ziel, als Apostel zu wirken:
-- die Franziskaner, die Jünger von Franz von Assisi, missionieren im Norden Afrikas und im vorderen Orient
-- die Dominikaner missionieren in Äthiopien und Nubien.
Die "Bettelmönche" legen dabei enorme Reisestrecken durch Asien, später auch auf Schiffen nach "Amerika" zurück.
Marco Polo sollte später auf weiten Strecken den Routen der "Bettelmönche" folgen (Huby, S.23).
Die Missionen der "Bettelmönche" unterscheiden sich entscheidend von der katholischen Kirche, die zum Teil Zwangsmissionierungen von Mauren in Spanien durchführt und dabei auch vor brutalen "Überzeugungsmitteln" nicht zurückschreckt.
Die Franziskaner
-- gehen mit Achtung auf fremde Länder, Tiere und Menschen zu und erforschen die Menschen zuerst, ohne den Willen zu verändern
-- in den Klöstern der Franziskaner wird eine Erziehung zu weltoffenem Geist geboten
-- in den Klöstern der Franziskaner wird auch kaufmännische Schulung und zum Teil auch Unterricht in der Seefahrt gegeben
->> die tiefe Religiosität überträgt sich auch auf Laien
->> die Franziskanermönche sind zur damaligen Zeit Fachleute der Spitzenklasse in Geographie und Kosmographie
->> so sollte sich auch Kolumbus am Rio Tinto in einem Franziskanerkloster in Astronomie unterweisen lassen [!] (Huby, S.23).
1246
Franziskanermönch Giovanni da Pian del Carpine beim Mongolischen Grosskhan - Reisebericht
Der Franziskanermönch Giovanni da Pian del Carpine weilt auf Mission beim mongolischen Grosskhan. Sein Reisebericht "Historia Mongolorum" ["Geschichte der Mongolen"] wird in der damaligen Zeit eine wichtige Quelle über Asien (Huby, S.23).
Giovanni da Pian del Carpine, Portrait
3.
Einwanderung auf "Philippinen" - Venedigs Macht - Tatarenreich - Marco Polo - Island-Norwegen
[Gemäss neuesten Forschungen ist nicht sicher, ob es Marco Polo gegeben hat. Es sind da einige Ungereimtheiten in der Geschichte von Marco Polo, die unerklärlich sind].
13. Jh.
"Philippinen": Einwanderung aus Borneo - "Gründung" chinesischer Niederlassungen
[1]
13. Jh.
Venedig wird grösste Handelsmacht der Welt [?] - Niccolo und Matteo Polo im Edelsteinhandel
Venedig entwickelt sich zur grössten Handelsmacht der Welt [China und Japan ?]
-- häuft einen unvorstellbaren Reichtum durch die venezianischen Handelsleute an
-- hat viele Niederlassungen über viele Länder verteilt
-- handelt mit allem, was rentiert
-- unter den Händlern sind die Brüder Niccolo und Matteo Polo, sie sich auf Edelsteinhandel spezialisieren (Huby, S.39).
1220
Aufstieg des Tatarenreiches: Dschingis-Khans Residenz Karakorum
Dschingis-Khan wählt 1220 die Stadt Darakorum zu seiner Residenz, denn sie liegt sehr zentral und gut gelegen für seine weiteren Eroberungszüge. 40 Jahre lang sollten von Karakorum aus die tatarischen Erobererzüge die Nachbarstaaten erschüttern (Huby, S.42).
1253
Niccolo und Matteo Polo in Konstantinopel - Geschäfte auf der Krim kommen nicht zustande - Niccolo und Matteo Polo beim Mongolenfürst Barka
Niccolo und Matteo Polo besuchen ihre Edelsteinhandelsfiliale in Konstantinopel. Geplant ist eine rasche Rückkehr wegen der Schwangerschaft von Niccolos Frau.
Niccolo und Matteo Polo
In Konstantinopel wird den beiden Polo-Brüdern in Sudak auf der Krim ein günstiger Edelsteinhandel angeboten. In Kürze soll dort eine Karawane aus dem Fernen Osten eintreffen.
->> statt nach Venedig zurückzukehren, reisen Niccolo und Matteo Polo auf die Krim nach Sudak
->> die Karawane wird aber vom selbstherrlichen Mongolenfürst Barka, der über grössere Teile Südrusslands herrscht, an der Wolga zur Umkehr gezwungen
->> Niccolo und Matteo Polo geben nicht auf und wittern Geschäfte beim Mongolenfürst Barka, reisen zu seiner Residenz nach Bolgary und Saraj, wo sie ein Jahr bei Barka Geschäfte machen (Huby, S.39).
1255 ca.
Die unmögliche direkte Rückkehr der Polos nach Venedig - Sieg von Hülegü über Barka - die beiden Polos werden nach Peking "mitgenommen"
Niccolo und Matteo Polo planen ihre Rückkehr nach Venedig (Huby, S.39). Die Rückkehr ist aber wegen der Umstände unmöglich:
-- Barka verliert einen Krieg gegen den Osttatarenführer Hülegü
-- in Armenien kämpfen Mongolen gegen Moslems
-- die Griechen haben Venedig aus Konstantinopel verdrängt
->> die beiden Polos suchen ihren Heimweg über die westsibirische Steppe und Persien, treffen in der Stadt Samarkand auf den Gesandten Hülegüs, der auf dem Weg nach Peking ist. Der Gesandte überredet die beiden Venezianer, mit nach Peking zu reisen, denn sie würden "ehrenvoll empfangen und reich beschenkt" werden (Huby, S.39).
1256 ca.
Niccolo und Matteo Polo auf der Reise nach Peking - Empfang in Peking bei Kuhlai-Khan / Kublai-Khan - Plan von Kuhlai-Khan gegen die Mohammedaner und Botschaft an den Papst in Rom
Die Polo-Brüder lernen auf der Reise die Tatarensprache. Sie werden in Peking von Kuhlai-Khan empfangen und sind die ersten Italiener, die Peking betreten. Kuhlai-Khan wittert neue politische Möglichkeiten durch eine Verbindung mit Venedig gegen die Mohammedaner, die den Seeweg nach Europa blockieren
->> Kuhlai-Khan will mit dem Papst Verbindung aufnehmen, dabei sollen Niccolo und Matteo Polo Vermittler sein (Huby, S.42).
Kublai-Kahn, Portrait
1260
Tatarenreich: Neue Residenz von Kublai-Khan: Taidu und Kambaluk, Peking
Kublai-Khan wählt die Chinesenstadt Taidu als Regierungssitz. Er lässt neben Taidu praktisch eine zweite Herrscherstadt "Kambaluk" (dt.: "Stadt des Khans") errichten, die später "Mongolenstadt", "Verbotene Stadt" und "Stadt des grossen Palastes" genannt wird. Kambaluk und Taidu bilden "Peking". Kambaluk selbst beginnt zu verfallen (Huby, S.42).
1261
Island unterwirft sich Norwegen
wegen der Abhängigkeit von Eisen und Getreide (Reinhard, Bd.II., 37).
1265
Heimreise von Niccolo und Matteo Polo von Peking nach Rom
Niccolo und Matteo Polo reisen mit der Botschaft von Kuhlai-Khan nach Rom zurück, zusammen die Muslime zu vernichten. Es vergehen wieder drei Jahre (Huby, S.40).
1268
Tod von Papst Clemens IV.
Kurz vor der Ankunft der beiden Polos stirbt Papst Clemens IV. In Rom beginnt im Episkopat die Diskussion der Nachfolge. Entschlüsse können keine gefasst werden (Huby, S.40).
1268 ca.
Ankunft der Polos in Rom und Venedig: Marco Polo ist 15 Jahre alt
Niccolo und Matteo Polo erreichen Papst Clemens IV nicht mehr. Sie fahren nach Venedig, wo Niccolos Frau inzwischen auch gestorben, der Sohn Marco aber bereits zu einem 15-jährigen Jüngling herangewachsen ist.
Die Papstwahl verzögert sich. Auch noch 1270 ist noch kein neuer Papst gewählt (Huby, S.40).
1270
Neue Reise von Niccolo, Matteo und Marco Polo in Richtung China - 1271: Neue Papstwahl Gregor X. - die Polos zurück in Rom
Die Polos wollen nicht mehr länger auf eine neue Papstwahl warten und begeben sich zu dritt nach China.
1271: Als sie in Armenien ankommen, bekommen sie die Nachricht, dass nun doch ein neuer Papst Gregor X. gekürt sei, und er wolle die Handelsdiplomaten sprechen. Die Polos reisen zurück nach Rom (Huby, S.40).
Papst Gregor X. gibt den Polos päpstliche Handschreiben und zwei Mönche mit, die das Recht haben, Priester zu weihen, Bischöfe zu ernennen und Absolutionen zu erteilen (Huby, S.40).
Marco Polo jung
1271
Reise der Polos mit 2 Mönchen in Richtung Peking - Krieg in Armenien: Die Mönche drehen ab, die Polos reisen durch Armenien und durch den Irak nach Ormuz
Mit Schiffen gelangt die Truppe bis Armenien und landet bei Ajas (heute Akkon). In Armenien herrscht Kriegszustand. Der Sultan von Kairo, Bundoktari, führt einen grausamen Krieg im Namen des Islam. Die zwei Mönche kehren aus Angst um ihr Leben um, die Polos aber reisen weiter durch Armenien, das
<viele Städte, Festungen und Schlösser hat und dem es an nichts fehlt, was dem Menschen an Nahrung und Bequemlichkeit nötig ist.> (Huby, S.40).
Niccolo, Matteo und Marco Polo besuchen die Städte Iconium (heute Konya), Caesarea (heute: Kayseri) und Sebaste (heute: Sivas) und sehen herrliche orientalische Teppichknüpferei und Seidenmalerei (Huby, S.40) und die Pferdezucht der "Turki".
Sie passieren den Berg Ararat, kommen an den Heilquellen nahe Erzican (heute: Arzingan) vorbei, umgehen den Van-See und erleben an der Grenze zu Georgien einen Öl-See, wo Leute aus weit her das Öl der Natur entnehmen, als Zutat zu Heilsalben oder als Brennstoff für Lampen. Von den Strapazen schildert Polo nichts (Huby, S.41).
Zu Fuss reisen die Polos über Bagdad in die Hafenstadt Hormuz (Huby, S.41). Hormuz ist das arabische Handelszentrum für Waren aus Indien: Gewürze, Edelsteine, Perlen, Brokat und Seidenstoffe werden umgesetzt (Huby, S.43).
Auf die geplante Schiffsreise verzichten die Polos, weil ihnen die Schiffe zu wenig stabil vorkommen, denn es werden nur Holzzapfen und keine Metallnägel verwendet, weil sich sonst das Holz spalten würde:
<Die Fahrzeuge, die man in Ormuz baut, sind primitiv, und es ist gefährlich, sich ihnen anzuvertrauen, Denn bei ihrem Bau dürfen keine Nägel verwendet werden, weil das Holz zu hart ist und so leicht wie irdene Ware zerspringt.> (Huby, S.41).
Die Wanderung von Hormuz durch Afghanistan und die Mongolei
Die Polos wandern zurück auf die Hochebene durch Afghanistan über Pässe, so hoch wie der Mont Blanc. Marco Polo bemerkt, dass das Wasser beim Kochen wegen "der Schärfe der Luft" nicht mehr so heiss wird wie in der Ebene.
Im Hochland von Pamir und der Steinwüste wandern sie 1 1/2 Monate und kommen danach in die Mongolei auf eine Karawanenstrasse nördlich des Himalaya, wo sie die Raubpolitik der Tataren an der Zivilbevölkerung beobachten, die von der Bevölkerung nur durch Vergraben der Vorräte und den Gang in die Wüste verhindert wird:
<Wenn eine tatarische Armee durch das Land zieht und die Einwohner sind Feinde der Tataren, so werden sie ausgeplündert; sind sie aber befreundet, so wird ihr Vieh getötet und verzehrt. Deshalb flieht die ganze Bevölkerung, sobald ihr die Ankunft fremder Truppen gemeldet wird, mit ihrem Vieh zwei Tagereisen weit in die sandige Wüste bis zu einer Stelle, wo sich frisches Wasser findet. Aus demselben Grund verbergen die Einwohner ihre Erntevorräte in Höhlen unter dem Sand und nehmen in jedem Monat nur soviel heraus, wie sie für ihren Lebensunterhalt brauchen. Niemand ausser ihnen selbst kennt die Plätze, an denen sie Zuflucht suchen, weil der Wind ihre Spuren sofort wieder verweht.> (Huby, S.41)
Die Polos in der Wüste Lop und im fruchtbaren Land Kamul - die Stadt Karakorum, Sitz des einstigen Dschingis-Khan - Altaigebierge, Sibirien und Jägerkulturen
Die Polos wandern 30 Tage auf dem Karawanenweg durch die Wüste Lop und erreichen das Land Kamul am Südhang des Gebirges Karlik-tag, das einer riesigen Oase gleicht, mit einer sehr gastfreundlichen Bevölkerung. Schliesslich erreichen die Polos den Orchon-Fluss und gelangen zur einstigen Residenzstadt Dschingis-Khans, Karakorum.
Die Gruppe verlässt Karakorum, überwindet das Altaigebirge und betritt Sibirien, wo sie zum ersten Mal Rentiere und Rentierjäger erleben. Die Jäger leben wie die Tataren
-- ohne festen Wohnsitz
-- im Sommer in kühlen Regionen
-- im Winter in warmen Gebieten im Tiefland
-- in runden Hütten und Zelten aus Pfählen mit Filz bedeckt
-- mit Polygamie bis zu 20 Frauen (Huby, S.42).
Die Polos vom Fluss Hwang Ho und in Shang-Tu bis nach Peking
Schliesslich erreichen die Polos den Fluss Hwang Ho und die Stadt Shang-Tu, die Sommerresidenz des Mongolenherrschers Kuhlai Khans. Der Sommerpalast
-- ist aus Marmor
-- ist von einer 16 Meilen langen Mauer umgeben
-- beinhaltet riesige Parks mit Bächen, Damhirschen und Rehen, mit etwa 200 Falken und Sperbern, die für die Jagd abgerichtet sind (Huby, S.42).
Den letzten Weg von Shang-Tu nach Peking legen die Italiener mit einer Leibgarde von Kuhlai Khan zurück (Huby, S.42).
1274
Niccolo, Matteo und Marco Polo erreichen den Hof von Kublai-Khan in Peking
Die drei waren 3 1/2 Jahre unterwegs. Marco Polo ist 21 Jahre alt (Huby, S.39).
Das mongolische Reich von Kublai-Khan reicht
-- vom Mittelmeer bis zum Stillen Ozean
-- von der Sibirischen Taiga bis zum Himalaya (Huby, S.39).
Karte der Mongolenreiche in Asien, daneben Europa und Afrika
Das Reich von Kublai-Khan ist Europa zum Teil überlegen und eine der höchsten Kulturen der Welt:
-- im Finanzverkehr: Existenz von Papiergeld
-- in der Architektur: mehrstöckiger Gebäudebau
-- in der Industrie: Kohleförderung
-- im Verkehrswesen: mit Bäumen bepflanzte Landstrassen zur Markierung im Winter, zur Kühlung im Sommer (Huby, S.39)
-- prächtige Parks und unvergleichliche Prachtentfaltung am Hof (Huby, S.47)
-- im Postsystem: mit über 10.000 Posthäusern, mit über 200.000 Pferden, die für eine rasante Eilpost sorgen
->> der Gross-Khan hat Informationen über alles in seinen 34 Provinzen
-- in der Städteorganisation: Existenz von Millionenstädten wie z.B. Quinsai [heute Hangzhou]
oo mit 1,6 Millionen Einwohnern
oo mit gepflasterten Strassen
oo mit Kanälen parallel zu den Chausseen
oo mit 12.000 Brücken
oo mit zehn durchorganisierten Marktplätzen (Huby, S.39).
-- in den Traditionen der Seidenstickerei (ab ca. 800u.Z.)
-- in der Landwirtschaft
oo mit raffinierten Bewässerungssystemen
oo mit hochentwickeltem Reisanbau (Huby, S.47)
Marco Polo macht bei Kublai-Khan Karriere, denn er ist
-- sehr sprachbegabt
-- eine charmante Persönlichkeit
-- hochintelligent
-- profit-orientierter Kaufmann
-- ein geschickter Politiker
->> wird Chefdiplomat des Khans
->> wird Statthalter der Provinz Kiang-nan
->> wird Finanzverwalter des kaiserlichen Vermögens (Huby, S.39).
Marco Polo als Diplomat in Quinsai [heute Hangzhou]
Marco Polo begleitet den Khan auf Reisen und auf Kriegen und unterstützt diplomatische Missionen. Er besucht auch die Nachbarstadt von Shanghai: Quinsai, das "Venedig des chinesischen Reiches" (Huby, S.42).
Karte mit der Position von Hangzhou, heute China
Marco Polo als Diplomat über den erfolglosen Angriff auf Zipangu (heute: Japan)
In China hält sich ein Gerücht über die Insel "Zipangu", für die sich eine Eroberung "lohnen" würde, denn dieses Reich besitze einen unheimlichen Reichtum, Gold und Perlen. Unter anderem
-- soll der Palast mit Gold bedeckt sein
-- goldene Tische sollen in den Zimmern stehen
-- unglaubliche Perlenfunde sollen den Reichtum der Insel noch vergrössern.
Kublai-Khan beschliesst einen Angriff.
Der Angriff von Kublai-Khan auf Japan erfolgt 1274 unter den zwei Generälen Abbakatan und Voscacin, die von den Häfen Zaitun und Quinsai mit gewaltigen Kriegsflotten ausfahren. Doch die Japaner verteidigen erfolgreich. Gleichzeitig rivalisieren sich Abbakatan und Voscacin, so dass sie sich am Ende gegenseitig blockieren. Es gelingt die Eroberung von nur einer Siedlung, die aber durch einen Taifun zerstört wird. Die Tataren wollen fliehen, jedoch gelingt nur einigen Schiffen die Flucht (darunter die Generäle), andere erleiden Schiffbruch, so dass sich 30.000 Tataren auf die 4 km vor Japan vorgelagerten Inseln retten (Huby, S.42).
Die Japaner setzen den Tataren nach und setzen nach dem Taifun über. Die Tataren aber verstecken sich im Inselinnern, warten, bis die Japaner ihre Schiffe verlassen haben, kapern die Schiffe im Hafen und fahren unter der Flagge Zipangus (heute: Japan) in Richtung Japan. Sie werden gutgläubig in den Hafen der Siedlung eingelassen. In der Küstenstadt werden die wenigen zurückgebliebenen Zipanguesen abgeschlachtet oder vertrieben, die Frauen behalten sie "zu ihrem eigenen Gebrauch".
Die Tataren sind jedoch auf der Hauptinsel eingeschlossen. Die Japaner belagern 6 Monate die Küstenstadt. Dann ergeben sich die Tataren (Huby, S.43).
Nach diesem Bericht lässt Kublai-Khan den General Abbakatan köpfen, den anderen General in eine frische Büffelhaut einnähen, die sich beim Trocknen zusammenzieht und den Körper erdrückt (Huby, S.43).
Im Auftrag von Kublai-Khan macht Marco Polo auch einen Expedition nach Indien (Huby, S.43).
1289 ca.
Die geplante Verheiratung der Tochter Kublai-Khans an Marco Polo
Kublai-Khan hat vor, seine Tochter, die 17-jährige Prinzessin Kökatschim, mit König Arghun von Persien und Khorasan zu verheiraten.
Marco Polo kann diesen Anlass dazu nehmen, ihn und seinen Vater wie den Onkel freizulassen. Zudem kann er ihn überreden, die Gruppe per Schiff auf die Reise zu schicken, denn der Seeweg sei am sichersten und am günstigsten. Widerstrebend willigt Kuhlai-Khan ein, fordert gleichzeitig, dass die Polos später wieder zurückkehren sollen (Huby, S.43).
Karte mit der (angeblichen) Reiseroute von Marco Polo
1290
Beginn der Mission von Peking nach Hormuz
Mit 14 Schiffen startet die Gruppe der Polos mit der Prinzessin Kökatschim unter Kommando von Marco Polo in Richtung des heutigen Vietnam, Malakka und Sumatra und erreicht Indien in El Maabar (heute Madras). Sie umrunden Indien und kommen unter grossen Verlusten nach Hormuz. Sie haben ca. 600 Leute verloren. Von den Gesandten Arghuns überlebt nur einer, von den Frauen und Damen dagegen kommt nur eine ums Leben. Die Flotte umfasst noch gerade 30 Seeleute (Huby, S.43).
Tod von König Arghun - Heirat von Prinzessin Kökatschim mit Sohn Casan
König Arghun ist inzwischen gestorben. Arghuns Bruder Kaikhatu befielt, die Prinzessin Kökatschim solle zu Arghuns Sohn Casan gebracht werden, der an der Nordgrenze des Reiches mit 60.000 Mann die Strassen der kaspischen Pässe kontrolliert. Auch diese Mission gelingt Marco Polo. Die Polos verweilen danach noch insgesamt neun Monate in Hormuz bei Kaikhatu in der Residenz.
Heimreise von Marco Polo von Ormuz nach Venedig
Für die Heimreise durch Kriegsgebiet gibt König Kaikhatu den Polos Geleitschutz bis Konstantinopel, wo sie die Nachricht vom Tod Kublai-Khans erhalten. Die Polos freut's, denn so müssen sie nie mehr durch Kriegsgebiete reisen. Über Negropont (heute: Euböa) reist Polo nach Venedig heim, wo er 1295 "gesund und mit grossen Reichtümern" ankommt (Huby, S.43).
Der Bericht von Marco Polo in Europa: "unglaubwürdig!"
Marco Polo ist der erste Europäer, der über China und Zipangu berichtet (Huby, S.43). Er bringt die ersten geographisch erkennbaren Berichte über den "fernen Osten" nach Europa (Huby, S.51). Die Berichte werden ihm nicht geglaubt, sind jedoch Anlass für weitere Forscher und Missionare, China zu besuchen oder gar Zipangu (heute: Japan) aufzusuchen (Huby, S.43).
[Gemäss neuesten Forschungen sind einige Zusammenhänge bei Marco Polo wirklich unglaubwürdig und unmöglich].
Genuesisch-venezianischer Krieg
Marco Polo ist in Gefangenschaft und diktiert dem Mitgefangenen Rusticus von Pisa seine Reisebeschreibungen auf Französisch (Huby, S.51).
1321: Weltkarte von Pietro Vesconte
8.1.1324
Totenbett von Marco Polo: Man glaubt ihm noch immer nicht
Verwandte und auch der Pater, der Marco Polo die letzte Ölung gibt, beschwören Marco Polo, zuzugeben, dass sein Berichte über das Mongolenreich zum grossen Teil erlogen sind, denn man will seinen Berichten, die ein so schönes orientalisches Reich beschreiben, nicht glauben. Marco Polo lächelt und sagt:
"Ich habe nicht einmal halb so viel gesagt, wie ich sah."
Dann stirbt er und nimmt den Rest der Geheimnisse mit ins Grab (Huby, S.39).
[Neueste Forschungen besagen, die Geschichte von Marco Polo sei wegen Ungereimtheiten tatsächlich gelogen].
"I did not tell half of what I saw": http://www.kyrene.k12.az.us/schools/brisas/sunda/great/2amy.htm
4.
Italienischer Kolonialismus im "Hohen Mittelalter" - Pest in Europa - Portugals Afrika-Expeditionen - die "Philippinen" werden hinduistisch und muslimisch - Wirtschaftskrise Portugals - Italiens Gewürzhandelsmonopol im Mittelmeer - Bürgerkriege in Spanien, Kriege zwischen Portugal, Spanien und Frankreich
1291
Ergänzung: "Christliche" Niederlage im "Heiligen Land" - "christlicher" Kampfeswille und Kolonialismus
Die endgültige Niederlage der "Christen" im "Heiligen Land" und der Abzug der "christlichen" Institutionen aus dem "Heiligen Land" veranlassen den Adel in Italien, Spanien und Portugal, neuen Kampfeswillen zu zeigen und den Weltkrieg gegen die Muslime mit allen Mitteln fortzuführen - egal, wie korrupt und wie betrügerisch die "Christen" sich im "Heiligen Land" aufgeführt haben.
Die datenreiche Webseite www.kartoffel-geschichte.de beschreibt es in einer Fussnote so:
<Die Konquistadoren zogen in die Neue Welt, um sich eine neue Heimat zu schaffen – mit der Lanze. Sie waren in einer Überlieferung großgeworden, die das Erobern als selbstverständlich ansah, im ständigen Kampf (und schließlich dem Sieg) mit den Mauren. Es sei ein ungeschriebenes Gesetz gewesen, daß ein Hidalgo für seinen Unterhalt, für seine Familie und sein Vermögen kämpfte. Arbeit war nicht unehrenhaft, Handwerker waren in Spanien gut bezahlt. Doch ein Herr, der auf sich hielt, der arbeitete und nicht kämpfte, zeigte, daß ihm der Mut fehlte, Unterhalt und Vermögen auf gefährlichere Weise zu erringen. Die Konquistadoren, Nachfahren von zwanzig kampferprobten Generationen, sahen es als ihre Pflicht an, die Neue Welt zu erobern. Und außerdem mußten die Heiden in die Herde Christi aufgenommen werden – tot oder lebendig.> [2]
1291
Italienische Expedition unter den Gebrüdern Vivaldi
mit zwei Franziskanermönchen an Bord (Huby, S.23).
Starke Warenzunahme im Handel in Mittel- und Nordeuropa: Finanzknappheit in Europa
Die starke Zunahme der verfügbaren Güter in Mittel- und Nordeuropa verursacht bereits weit vor dem Tod von Marco Polo in Europa eine Finanzknappheit, gefolgt von einer Zunahme des Geldflusses mit Gold- und Silbermünzen.
Auch die aufkommenden Waren aus dem Orient, die durch Handel im "Heiligen Land" durch die italienische Schifffahrt nach Europa gelangen, können die Europäer nicht mit Tausch bezahlen. In Europa entsteht ein grosses "Handelsdefizit".
Damit kommen bei den Kaufleuten in Europa mehr und mehr Bestrebungen zu neuen Eroberungen oder Suche nach Goldquellen auf (Huby, S.22).
Im "Hohen Mittelalter" entwickeln sich im Mittelmeerhandel "italienischer Sachverstand, Initiative und Kapital" - Ausweitung der italienischen Sklaverei
Italienische Schiffe greifen auch in Gebiete des Atlantiks vor. Die mächtigen Städte, vor allem Genua, errichten Handelsstützpunkte und Zucker-Plantagenkolonien
-- auf den Mittelmeerinseln wie Zypern und Chios
-- im Schwarzen Meer.
->> diese italienischen Kolonien und Sklavenplantagen werden Vorbild für die portugiesischen und spanischen Unternehmer (Reinhard, Bd.II., 38)
->> auch im Süden der iberischen Halbinsel werden Sklavenplantagen angelegt
->> später wird das Sklavenplantagensystem auf die Atlantikinseln und die Insel São Tomé übertragen, dann auch nach Brasilien und "Westindien" (Reinhard, Bd.II., 39).
Ursache für die Seefahrtenentwicklung über den Atlantik: Uneinigkeit gegenüber den islamischen Ländern
In Europa sind die Staaten unter sich zerstritten. So ist eine Koalition gegen die islamischen Staaten unmöglich und der Landweg nach Indien bleibt geschlossen. Die Produkte aus dem Orient wie Nelken, Ingwer, Zimt, Muskat, Pfeffer, aber auch Farbpflanzen bleiben weiter teuer. Dazu kommen reine Luxusartikel wie Edelsteine, kostbare Webereien, Damast, Brokat und Seide. Die Arabische Welt streicht weiter ihre Gewinne ein, und das europäische Handelsdefizit bleibt hoch (Huby, S.21).
[Untergang der Kreuzfahrerstaaten im "Heiligen Land"
-- wegen Uneinigkeit der "Christen" unter sich
-- wegen "christlichem" Besatzertum, Monopolisimus und Diskriminierung der Andersgläubigen
-- wegen Sklaverei, Münzfälschungen, Waffenverkäufen an die Muslimen
-- wegen falscher Bündnispolitik durch die innere Zerstrittenheit].
Nach 1291 nach der Niederlage bei Akkon weigern sich viele europäische Staaten, weiter Kräfte und Geld gegen den Islam zu verschwenden. Also suchen Europas Kaufleute nach anderen Seewegen, um Indien direkt zu erreichen und so die Zölle zu umgehen. Portugal ist der erste Staat, der dieses Unternehmen in Angriff nimmt (Huby, S.21).
Gleichzeitige Konzentrierung des Kapitals und Regierungspolitik zur Förderung von Übersee-Handel
Die Innovation im Handel und in der Finanz machen es mehr und mehr möglich, lange Reisen zu unternehmen. Unter der merkantilen Gesellschaft gibt es eine politische Art von Koalition zwischen der Zentralregierung und der Handelsklasse. Die Regierungen ermutigen die Europäer, ihre inneren Märkte auf andere Länder auszudehnen und auch Übersee-Aktivitäten zu entwickeln.
Diese Weise von Regierung etabliert eine Wirtschaftspolitik, die den Übersee-Handel und die Handelsschicht fördert. Mit einer solchen Politik ist es kaum möglich, der Expansion zu widerstehen.
(Internet: http://web.history.ufl.edu/west1/expan.htm (1998)
14. Jh.
Italienische Seefahrer in portugiesischen Diensten
Portugal pflegt eine "genuesische Seefahrerkolonie" in seinem Land, deren Seeleute für Portugal die Seefahrten übernehmen (Reinhard, Bd.II., 39)
1324
Tod von Marco Polo
14. / 15. Jh.
"Philippinen": Einfluss des Indonesischen Majapahit-Reichs und Tribute an China
-- das hinduistisch-indonesische Majapahit-Reiches vergrössert schrittweise seinen Einfluss
-- die philippinischen Stammesfürsten werden gegenüber dem chinesischen Ming-Reich tributpflichtig [1].
Pest in Europa - Elfenbein aus Afrika - Entvölkerung auf "Grönland"
[Die Pest wird allgemein als Bestrafung Gottes verstanden. Die Ursache ist für die damalige Medizin nicht nachweisbar, so dass die Schuld der jüdischen Bevölkerung in die Schuhe geschoben wird, mit vielen Judenvertreibungen als Folge. Ursache ist ein Erreger, der durch Flöhe auf Ratten übertragen wird. Die Ratten reisen auf den italienischen Handelsschiffen mit, und ].
Norwegen und Island werden von der Pest schwer getroffen, mit schweren Auswirkungen auf den Handel mit Island und "Grönland". Nach der portugiesischen Eröffnung der Handelswege mit Afrika geht die Nachfrage nach dem nordischen Elfenbein zudem stark zurück, da billigeres Afrikanisches Elfenbein den Markt in Europa deckt. Deswegen beginnt sich "Grönland" zu entvölkern (Huby, S.37).
Die "Kleine Eiszeit" provoziert in Europa eine Hungernot nach der andern, so dass die Immunsysteme der Menschen sehr geschwächt sind. Ab der Einführung der Kartoffel ab 1530 bei der armen Bevölkerung werden die Immunsysteme wieder stärker und die Pest wird wieder weniger.
Karte der Pestausbreitung in Europa
Ausserdem konnten die Überlebenden der Pest viele "Erbschaften" antreten, wie www.kartoffel-geschcihte.de berichtet:
<Zwischen 1350 und 1550 erlebte Europa eine Periode individuellen Wohlstands; nie waren die Reallöhne so hoch wie in jener Zeit, was mit der Entvölkerung durch die Pest zusammenhängt. In den Städten führt der Reichtum der glücklichen Erben zu einer starken Nachfrage nach Luxusgütern, aber auch unter den Handwerkern hatte die Pest gewütet, so daß Preise und Löhne stiegen und damit Macht und Einfluß der Zünfte.> [2]
Frage: Warum Portugal?
Portugal ist seit den Kreuzzügen Zwischenstation für die italienischen Schiffahrtsgesellschaften, die den Schiffsverkehr zwischen dem Mittelmeer und Flandern und England unterhalten. Italienische Kaufleute lassen sich in Portugal nieder, und 1317 ernennt König Dinis als Zeichen der Zusammenarbeit Émanuele Pessagno (Manuel Pessanha) zum Admiral. Insgesamt wird der Admiralstitel fünf Mal an Mitglieder dieser Familie weitervererbt (Huby, S.38).
König Dinis von Portugal
Erste portugiesische Erkundungen vor der Küste Afrikas - die Kanarischen Inseln und Madeira
Die Kanarischen Inseln waren schon den Karthagern bekannt. 1312 werden die Inseln vom Genuesen Lancellotto Malocello wiederentdeckt, davon abgeleitet der Inselname "Lanzarote". In einem Seefahrerbuch eines anonymen Franziskaners, dem "Libro del Conoscimiento de todos reynos" ["Buch über die Kenntnisse aller Königreiche"] werden alle Inseln aufgeführt: die Kanaren, Madeira, Lanzarote, Tenerife, Gran Canaria, Fuerteventura, Ferro, Puerto Santo etc. (Huby, S.38).
Im 14. Jh. befindet sich der portugiesische königliche "Faktor" (feitor) in Brügge. Er ist Haupt der portugiesischen Kolonien und Agent der königlichen Geschäfte zugleich (Huby, S.90).
ab 1380
"Philippinen": Vordringen des Islam von Borneo her 1381
mit Installierung erster muslimischer Sufis auf Sulu [1]
1382 (-1402)
Mailands Machtstreben und Kriege im zersplitterten Italien
Giangaleazzo erweitert den Staat Mailand mit dem Ziel, König von Italien zu werden. Geplant wird die Eroberung der ganzen italienischen Halbinsel. Es kommt zu Kämpfen mit Venedig, Florenz und Neapel (DTV-Atlas Bd.1, S.217).
Portugals Wirtschaftskrise ab 1383
Das hohe Handelsdefizit mit den muslimischen Staaten wird durch schlechtere Münzprägung kompensiert. Dadurch kommt es zu Inflation und zur Suche nach neuen Goldquellen, um wieder Goldmünzen herstellen zu können. Der König plant die Verstärkung des Handels mit Afrika, dem Goldland "Wangara", dem heutigen oberen Niger (Bambuk), Senegal, und dem oberen Volta (Lobi). Auch der "stille Handel" (Zwischenhandel und Handel nach gemeinsamem Depot) soll verstärkt werden in Mali unter dessen Herrscher Mansa Mussa.
Karte der Handelsbeziehungen zwischen Portugal und Afrika
Nur jüdische Händler haben Zugang zu den verfeindeten Parteien der Moslems und Christen, denn die beiden Grossparteien wollen beide ihre Handelsnetze geheimhalten. Zu handelnde Produkte sind v.a. Gold, aber auch Elfenbein und Sklaven (Huby, S.40). Zudem sind die Fischereigründe vor Afrika sehr attraktiv und es soll nach neuen Plantagegebieten und Sklaven für die Zuckerplantagen auf den Inseln vor Afrika gesucht werden (Huby, S.41).
um 1400
Geldknappheit in Portugal und Spanien
Wegen Kriegen der Reconquista gegen die Araber wird die monetäre Situation auf der iberischen Halbinsel im Spätmittelalter knapp. Krieg und Bürgerkriege werden in Spanien und Portugal durch inflationäre Münzverschlechterung finanziert, was ein monetäres Chaos zur Folge hat (Reinhard, Bd.II., S.48).
um 1400
Spanische Münzreform ist erfolgreich
jedoch bleibt die Staatskasse wegen den Erbfolgekriegen und den Kriegen gegen die Moslems stets angespannt (Reinhard, Bd.II., S.49).
Prinz Heinrich der "Seefahrer" (1385-1433)
Der Sohn des Königs Johann I. von Portugal, Heinrich, wird in diese Zeit hineingeboren. Die mitteleuropäischen Mächte England, Frankreich und Kastilien zerfleischen sich währenddessen in einem "hundertjährigen Krieg". Prinz Heinrich wirkt mit seinem Vater zielstrebig gegen das islamische Afrika, zuerst gegen den Nachbarstaat Marokko (Reinhard, Bd.II, S.28).
Heinrich der Seefahrer (engl. "Henry the navigator") Statue von Heinrich dem Seefahrer in Lagos
Heinrich der Seefahrer, Portrait
Anfang 15. Jh.
Chinesisch-"philippinischer" Handel
1405-1417 kommen chinesische Schiffe nach Manila. 1417 besucht eine Tribut- und Handelsmission aus Sulu Peking [1].
15. Jh.
Italiens Gewürzmonopol für ganz Europa
Die italienischen Monopolisten betreiben weiter einen lohnenden Gewürzhandel in Zusammenarbeit mit arabischen Geschäftspartnern in Beirut. Das venezianische Gewürzmonopol bleibt bestehen (Huby, S.104).
Ab 1420 sinkt der Einkaufspreis für Gewürze in Beirut, weil der Sultan durch Ausspielen von Djiddah gegen Aden den Verkehr im Roten Meer sicherer macht (Huby, S.104).
Alternativbestrebungen für einen Wasserweg nach Indien
Die asiatische Welt hat sich nun seit über 200 Jahren in der europäischen Welt mit Gewürzen und Stoffen etabliert. Der Landweg ist immer noch gefährlich, und deswegen kann die Ware sehr teuer verkauft werden.
Europas Kapitalisten und die Adelshäuser träumen von einer Schiffverbindung für einen billigeren Transport und höhere Quantitäten pro Lieferung. Die Intelligenz weiss, dass die Welt rund ist und Asien auch westlich von Europa anzutreffen sein müssen. Die Schlüsselfrage bleibt nur, wie weit die Distanz ist [3].
Entstehung des ersten Bankensystems in Europa
Die europäischen Handelsgesellschaften werden so reich, dass sie Kaufmannsbanken gründen. Bankenplätze entstehen in Genua, Florenz (Bardi, Strozzi u.a.), Augsburg (Welser) und Antwerpen.
HeimarbeiterInnen verarbeiten Rohstoffe mit gestelltem Gerät. Die Produkte werden vom "Verleger" weiterverkauft.
Die Exportfirma des Bankenhauses übernimmt den Grosshandel (Textilien, Metallverarbeitung). Häufig werden durch die Grosskapitalisten Monopole angestrebt, die auch politischen Einfluss nach sich ziehen. In anderen Staaten vertritt der Staat selbst das Monopol (DTV-Atlas,Bd.1, S.215).
1409
Italienische Kriege: Florenz unterwirft Pisa
(DTV-Atlas Bd.1, S.217).
Krieg zwischen Florenz und Mailand: Machtwechsel in Florenz
Im erfolglosen Krieg mit Mailand verliert die Florenzer Familie der Albizzi ihre Macht an die Medici (DTV-Atlas Bd.1, S.217).
Wappen der Medici
1410
Letzte belegte Besuche von Kolonialisten in Island
(Reinhard, Bd.II., S.38).
5.
Erste Kolonien Portugals in Afrika - Kriege innerhalb Italiens - Medici und "Kunstförderung" - Begründung der europäischen Sklaverei 1441 in portugiesischen Kolonien - Islam auf den Banda-Inseln - erste europäische Weltkarten
1415
Portugals Armee erobert Ceuta
Ceuta wird strategischer Brückenkopf für Portugals nächste Ausdehnung in Afrika. Den Spaniern ist man zuvorgekommen. Ceuta wird Stützpunkt zum Schutz des eigenen und des italienischen Handels und ist gleichzeitig ergänzender Ausgangspunkt gegen die muslimische Handelskonkurrenz. Zudem ist Ceuta Endpunkt des Karawanenwegs und somit ist die Kontrolle des Karawanenhandels möglich. Die drei ehrgeizigen Prinzen Duarte, Pedro und Heinrich werden für die Eroberung zum Ritter geschlagen (Huby, S.39).
Die Karawanenstrasse wird daraufhin von Ceuta wegverlegt (Huby, S.41).
1418-1425
Madeira portugiesisch - Eroberungsversuch in den Kanaren - die Guanchen
Von 1418-1425 wird die leere Insel Madeira von den Portugiesen in Besitz genommen und besiedelt. Der Versuch, die Insel Gran Canaria zu erobern, scheitert am Widerstand der Ureinwohner, der Guanchen (Huby, S.41).
Karte Portugal Madeira Kanarische InselnPortugals Besetzungen
1427: Azoren, 1434: Kap Bojador
1427 besetzen portugiesische Seefahrer die Azoren. 1434 können portugiesische Schiffe das Kap Bojador umschiffen und weiter südlich vordringen. Dies ist v.a. eine psychologische Überwindung, weil bisher in Europa verbreitet wurde, wegen Hitze und Strömungen sei die Erde hinter dem Kap Bojador nicht mehr bewohnbar und das Wasser würde heiss (Huby, S.41).
Im gleichen Jahr führt Portugal wieder die Goldprägung ein (Huby, S:45).
Die egoistischen Motive von Heinrich dem "Seefahrer" im Namen der Kirche
Der gut informierte portugiesische Hofchronist Azurara am Königshof von Johann II. zählt die Motive für den Eroberungswillen des Prinzen Heinrich auf:
-- im Dienste Gottes und des Königs möchte er Ruhm gewinnen, gegen die Moslems siegen und neue Entdeckungen machen
-- neue christliche Handelspartner finden
-- den muslimischen Herrschaftskreis erkunden
-- christliche Bündnispartner im Rücken der Moslems für einen gemeinsamen Kampf gegen die Muslime ausfindig machen (Huby, S.41)
-- den christlichen Glauben verbreiten und Seelen "retten"
-- zudem glaubt Heinrich der "Seefahrer" an sein Horoskop, denn er sei zum erfolgreichen Eroberer bestimmt (Huby, S.42).
1434-1521
Die Medici in Florenz
Die Handelsfamilie wird reich durch Orienthandel und das von der Kurie gewonnene Alaun-Monopol. Giovanni Medici begründet das grösste europäische Bank- und Handelshaus "Medici", das allein im Tuchgewerbe um die 300 Firmen mit 10.000 Arbeitern beschäftigt (DTV-Atlas, Bd.1, S.215).
Medici-Festung mit Rundturm ("Maschio"), Volterra
Erst jetzt: Anerkennung für Marco Polo
Erst mehr als 100 Jahre nach dem Tod Marco Polos wird nach zahlreichen Bestätigungen durch weitere Reisende den Berichten von Marco Polo über China geglaubt und akzeptiert, dass China in einer höheren Kultur als Europa lebt. Marco Polo wird sogar als "Forscher" anerkannt, obwohl er eigentlich nur ein Kaufmann und genauer Beobachter war (Huby, S.39).
Regierung in Florenz: Handelsförderung, Akademiegründung
1434-1464: Cosimo der Alte übt als "Vater des Vaterlandes" ein monarchisches Stadtregiment in republikanischen Formen aus. Er fördert Petrarca und Boccaccio (DTV-Atlas, Bd.1, S.215).
Giovanni Boccaccio, Portrait, italienischer Schriftsteller, Dichter und Humanist
Francesco Petrarca, Portrait, italienischer Humanist und Dichter
Cosimo de Medici, genannt "der Alte" ("il Vecchio")
1440
Gründung der "Platonischen Akademie" in Florenz
gestiftete vonCosimo dem Alten (DTV-Atlas,Bd.1, S.215).
ab 1441
Die portugiesische Sklaverei - monopolisierte Sklaverei
Im Gebiet des Rio de Oro veranstaltet Heinrich der "Seefahrer" die ersten "Sklavenfänge". 1443 überträgt Bruder und Regent Peter dem Heinrich dem "Seefahrer" das Monopol für Fahrten südlich des Kap Bojador. Portugals Schiffe entwickeln nun eine "Sklavenjagd". Schwarze werden als "Gottlose" eingefangen und als "Haussklaven" in Portugal in "christliche Dienste" gestellt. Die Plantagensklaverei erwähnt Azurara dabei nicht. So schreibt er 1444:
"Endlich gefiel es Gott, dem Belohner guter Taten, ihnen für die mannigfachen in seinem Dienst erlittenen Drangsal einen siegreichen Tag, Ruhm für ihre Mühen und Ersatz für ihre Kosten zu gewähren, denn an Männern, Frauen und Kindern wurden zusammen 165 Stück gefangen, neben denen, die umkamen oder getötet wurden." (Huby, S.42)
1446
Ausweitung des portugiesischen Monopols
auch auf die kanarischen Inseln (Huby, S.42). Die Afrikafahrten sind inzwischen derart profitabel, dass 2/3 des dafür benötigten Kapitals von ausländischen Quellen stammt, vor allem italienischen und jüdischen Handelsleuten (Huby, S.43). In der Folge versuchen die portugiesischen Eroberer, doch noch auf den Kanarischen Inseln Fuss zu fassen (Huby, S.42).
"Bettelmönche" gegen Sklaverei ohne Chance - Rassismus der Kolonisatoren
Mit den Besetzungen in Afrika und noch viel extremer später in "Amerika" beginnt die Auseinandersetzung um die Sklaverei, die über Jahrhunderte bis zur Sklavenbefreiung im 19. Jh. andauern sollte.
Bettelmönche schützen zum Teil die Einwohner vor den Sklavenjägern und schreiben jedem Menschen gleiche Rechte zu, z.B. der spanische Chronist Lopez de Gómara:
"Die Menschen sind, abgesehen von der Hautfarbe, wie wir und stammen von Adam ab, wenn sie auch in Gesittung und Sitten unterschieden sind."
Argumente der Kolonialisten und Kapitalisten:
-- die Andersfarbigen seien Barbaren [was allein schon durch die Hexenverfolgung widerlegt ist, denn dann war der "Christ" auch Barbare]
-- es seien vernunftunbegabte Wesen [was allein dadurch widerlegt ist, dass der "Christ" nach den orientalischen Gütern strebte, die zuerst Luxusartikel waren]
-- die Sklaverei würde die Heiden auch zu Christen machen und sie in eine höhere Zivilisation "überführen" (Huby, S.23)
->> die barbarische Sichtweise über die Eingeborenen setzt sich durch
->> die Europäer bekommen die Sichtweise des Weltschauplatzes, aber die weltweite Verantwortung wird in den europäischen und weissen kolonialistischen Schulen nicht gelehrt (Huby, S.23)
[und somit wird die gesamte weisse Bevölkerung der Welt gegen die Andersfarbigen in einen Rassismus verhetzt].
1448: Weltkarte von Andreas Walsperger
Weltkarte von Andreas Walsperger 1448: Der Norden mit Europa
ist unten, der Süden mit Afrika und Asien oben.
6.
Spanische Flotten konkurrenzieren Portugals Seemacht - Thesen aus Florenz für einen direkten Seeweg nach Indien - Sultanat Sulu auf den "Philippinen" - Islam auf den Banda-Inseln - Spanien besetzt die Kanaren - Portugals neue Währung "Cruzado" - Portugals Goldhandel mit Afrika, Italiens Höhepunkt mit Orienthandel
Spaniens Schiffe werden Portugals Konkurrenten - der Papst ruft zu Kreuzzügen auf
1449 entschliesst sich der König von Spanien, seinem Herzog von Medina, Sidonia, das Monopolprivileg für die Küste bis Kap Bojador zu erteilen. Die Portugiesen appellieren beim Papst, der daraufhin 1452 in der Bulle "Dum diversas" ein allgemeines Monopol für Kreuzfahrerstaaten verspricht (Huby, S.43).
um 1450
Machtwechsel in Mailand
Während der Kämpfe mit Venedig, Florenz und Neapel bemächtigt sich der Condottiere Francesco Sforza der Herrschaft (DTV-Atlas Bd.1, S.217).
Francesco Sforza, Gründer der Sforza-Dynastie in Mailand
Portugal: Geburt von Bartholomeo Diaz
der später das "Kap der Stürme"/"Kap der Guten Hoffnung" als erster umrunden sollte [4].
ab1450 ca.
Seewegsuche nach Indien: These aus Florenz nach direktem Seeweg
In den gebildeten Schichten im Mittelmeerraum existiert schon lange das Wissen um die Kugelgestalt der Erde. In Italien und im damaligen Zentrum Florenz setzen sich merkantil interessierte Humanisten für einen Weg im Westen nach Indien ein und versuchen, die portugiesischen Unternehmungen dahingehend zu beeinflussen, jedoch ohne Erfolg (Reinhard, Bd.II., S.39).
Der Irrtum der Florentiner Merkantil-Humanisten:
-- sie überschätzen die Ausdehnung Asiens
-- sie unterschätzen den Erdumfang.
Zum Beispiel rechnet Paolo dal Pozzo Toscanelli, ein wesentlicher Vertreter der Florentiner Gruppe, mit 3000 heutigen Seemeilen von Portugal bis Japan (Reinhard, Bd.II., 39).
Paolo dal Pozzo Toscanelli
1450
"Philippinen": Gründung des muslimischen Sultanats Sulu
durch Sultan Scharif-ul-Haschim Abubakr aus Palembang [1].
Ausbreitung des Islam auf den Banda-Inseln 1450
Die Banda-Inseln/Molukken-Inseln, auf denen Muskatnuss- und Muskatblütenkulturen wachsen, werden vom Islam "missioniert". Es werden Sultanate eingerichtet (Huby, S.70).
1451
Geburt von Cristofo Colombo
in Genua als Sohn einer ligurischen Weberfamilie (Reinhard II., S.38). Sein Vater ist Wollweber in Genua [3].
1453
Islamische Besetzung von Konstantinopel - portugiesische Aufrüstung und Eroberungsprogramm
Im Jahr 1453 fällt Konstantinopel gegen islamische Truppen. Das Reich Byzanz verschwindet von der Bildfläche. Der Papst ruft die "christlichen Staaten" erneut zu Kreuzzügen auf. König Alfons V. von Portugal reagiert mit einem grossen Aufrüstungsprogramm. Es handelt sich dabei um ein regelrechtes Eroberungsprogramm (Reinhard I., S.43,45).
König Alfonso V. von Portugal
1454
Spanien erobert die Kanareninseln - der Papst stärkt das portugiesische Monopol um Afrika mit zwei "Bullen" 1455 und 1456
Die konkurrenzierenden spanischen Schiffe erobern die Kanaren und können die Portugiesen von den Inseln vertreiben (Reinhard I., S.42).
Die Päpste Nikolaus V. und Calixtus III. nehmen nun in weiteren Bullen eindeutig für die portugiesischen Gesellschaften und die begonnene Aufrüstung von Alfons V. Stellung.
1455 autorisiert der Papst König Johann II. und Prinz Heinrich den "Seefahrer" von Portugal in der Bulle "Romanus Pontifex" ausdrücklich zur Bekämpfung, Unterwerfung und Versklavung der am afrikanischen Uferweg liegenden Moslems und der an selbigem Wege liegenden "Heiden". Allen anderen Fürsten und Kaisern der Welt wird Eingreifen in die Meere um Afrika für Seefahrt, Fischfang, Handel und Eroberung untersagt.
Als Strafe soll Exkommunikation für Individuen und Interdikt für Kollektive gelten. Lossprache soll erst nach einer Einigung mit der portugiesischen Krone möglich sein (Huby, S.43).
In einer zweiten Bulle von 1456 "Inter cetera" verfügt der Papst, dass der portugiesische Christusorden von 1318 unter Leitung von Heinrich dem "Seefahrer" alle bischöflichen Rechte über alle portugiesischen Eroberungen erhält. Damit ist der portugiesische Imperialismus materiell wie geistig vom Papst abgesegnet (Huby, S.43).
1457
Portugal: Der neue "Cruzado" - 1460: Tod von Heinrich dem "Seefahrer" - Festungen bis Sierra Leone
Mit den päpstlichen Bullen als Absicherung kann Portugal die neue Goldwährung, den "Cruzado" (dt. "gekreuzigt") einführen. Die "Goldförderung" aus Afrika scheint nun sicher genug. Der Name der Währung ist Programm für weitere Kreuzzüge gegen den Islam (Huby, S.43,45).
Im Jahr des Todes von Heinrich dem "Seefahrer" ist die Küste bis Sierra Leone mit portugiesischen Stützpunkten abgesichert (Huby, S.45).
ab 1460 ca.
Cristofo Colombo als Fischerbub
Colombo geht schon als Bub zur See (Huby, S.53). Christoforo und sein jüngerer Bruder Bartholomeo haben nur wenig bis gar keine Schulbildung. Stattdessen müssen sie Kinderarbeit beim Vater verrichten und die Rohwolle kämmen [3].
ab 1465 ca.
Portugal: Bartolomeo Diaz im Goldhandel mit Afrika - "blühendes" Italien durch monopolisierten Orienthandel
Als Jugendlicher tritt Diaz in den gefährlichen Gold- und Elfenbeinhandel entlang der afrikanischen Goldküste ein und steigt damit zum Kapitän auf.
Bartolomeo Diaz
Zu der Zeit werden die italienischen Städte reich durch ihren Handel mit Indien und dem Fernen Osten. Portugal und andere europäische Nationen streben danach, einen Teil dieses Handels in ihre Hände zu bekommen. Also muss man Afrika umrunden, oder den Weg westwärts suchen... [4]
1469-1492
Regierung Lorenzo il Magnifico in Florenz
Lorenzo il Magnifico ("der Prächtige") wird bedeutend als Dichter und Staatsmann. Er verfolgt eine ausgleichende italienische Friedenspolitik und führt Florenz zu höchster Blüte. An seinem Hof wirken Renaissance-Künstler wie Botticelli und Michelangelo (DTV-Atlas, Bd.1, S.215).
Florenz unter Lorenzo de Medici il Magnifico
Lorenzo de Medici il Magnifico
Botticelli Portrait
Botticelli: Frühlingstanz
Michelangelo Buonarroti, Büste
Michelangelo Buonarroti: Der Sündenfall
7.
Portugal besetzt islamische Städte in Afrika - Portugals Goldraub in Ghana - Spanien und Portugal reiben sich im Erbfolgekrieg auf - Gründung des Sultanats "Mindanao" auf den "Philippinen" - These von Columbus: ein "Westweg" nach Indien - Spaniens Inquisition ab 1478 - 1479: Vertrag von Alcáçovas: Spanien darf nicht nach Afrika - Portugals Gold aus dem Sudan
1469-1475
Portugals Afrika-Besetzungen: immer weiter...
1469 gibt Portugals König Alfons V. die Leitung des Afrika- und Entdeckungsgeschäfts an Fernâo Gomes ab mit der Bedingung, jährlich eine Landstrecke von 100 léguas (550 km) zu besetzen. Gomes hält diesen Fahrplan ein und kann dabei enorme Gewinne einfahren (Huby, S.45).
1471 erobern portugiesische Truppen die muslimischen Städte Tanger, Safi und drei weitere Städte. 1475 erreichen die portugiesischen Besatzer den Äquator und das Gebiet südlich davon, die Region des heutigen Gabun (Huby, S.45).
ab 1470
Cristofo Colombo ist Seemann
im Dienst genuesischer Handelshäuser (Huby, S.38). Zuerst ist Kolumbus zum Teil auch als Pirat tätig (Huby, S.15).
Christoforo Colombo ist rothaarig mit geröteter Gesichtsfarbe, ein stiller und tief religiöser Mensch. Aus Erfahrung lernt er schnell. Bis 22 arbeitet er beim Vater. Er arbeitet bei der sardinischen Fischerflotte, vielleicht bis Korsika hinaus. Mindestens eine Fahrt geht bis zur afrikanischen Küste, wo er vom Seemannswerkzeug einiges mitbekommt [3].
1471
"Gold von Aschanti"
Unter Gomes' Leitung entdecken die portugiesischen Besatzer in Afrika das "Gold von Aschanti" im heutigen Ghana. Gomes erhält dadurch vom portugiesischen König den Adelstitel "da Mina" (Huby, S.45).
1474
Erbfolgekrieg und Krieg um Privilegien um Afrika zwischen Portugal und Spanien
Im Streit um die Nachfolge im spanischen Königshaus stehen sich die Schwester des bisherigen Königs, Isabella (mit dem spanischen Mann Ferdinand von Aragon) und deren Tochter Johanna (um dessen Hand Onkel Alfons V. von Portugal bittet) gegenüber. Es kommt zum Krieg zwischen den Nationen (Huby, S.44).
1474: Weltkarte von Toscanelli
Karte des Atlantiks von Toscanelli (Nachzeichnung von Hapgood):
Weltkarte 1474 mit direkter Meeresverbindung nach Japan / Cipango
Karte von Toscanelli für den "Westweg": Kurze Distanz, erfundene Inseln
Toscanelli, italienischer Astrologe, fertigt eine Karte des Atlantiks an, der von Europa und Indien umrahmt ist (Huby, S.53):
-- die Entfernung zwischen Europa und Asien ist viel zu kurz angegeben
-- Toscanelli nimmt im Atlantik ein paar Inseln an, die die Überfahrt erleichtern sollen.
->> Colombo wird von der Idee, den direkten Weg in die gewürz- und goldreichen Länder Asiens zu finden, immer mehr ergriffen, wenn doch Inseln als Stützpunkte zur Verfügung stehen (Huby, S.53)
->> Toscanelli lässt seine Karte dem portugiesischen König Johann II. vorführen [5].
Zudem wird Colombo durch Pierre d'Aillys "Imago Mundi" weiter in seinem Gedanken bestärkt, Indien in westlicher Richtung zu suchen. So haben schon Aristoteles, Strabo und Seneca gedacht [5].
1475 ca.
Colombos Verbindungen zu Portugal
Cristoforo Colombo entwickelt Beziehungen zu Portugal und heiratet die Tochter des Hauptmanns der Insel Porto Santo bei Madeira. Der Hauptmann ist selber italienischer Abstammung und war enger Mitarbeiter von Heinrich dem "Seefahrer" (Reinhard, Bd.II., S.38).
1475
Colombo auf Expeditionen
Cristoforo Colombo reist im Auftrag der genuesischen Banca Centurione zur Insel Chios (Ägäis) (Huby, S.65).
Seine Seefahrten führen ihn unter anderem nach England [5].
1475
Geburt von Pizarro
Geburt von Francisco Pizarro in Trujillo als unehelicher Sohn eines spanischen Seekapitäns. Er verbringt seine Kindheit mit den Grosseltern in einer der ärmsten spanischen Gegenden. Schreiben oder lesen lernt er offenbar nicht [6].
1475
"Philippinen": Gründung des muslimischen Sultanats von Mindanao
mit Ausbreitung des Islams bis Zentral-Luzon [1]
ab 1476
Colombo in Lissabon - Nachholen der Schulbildung - These vom "Westweg" nach Indien
Colombo segelt als normaler Seemann an Bord eines Genueser Handelsmann in Richtung Lissabon, England und Flandern. Wegen Kriegszustand unter den Seemächten fährt das Schiff im Convoy, der nach Verlassen der Südküste Portugals auch prompt angegriffen wird. Colombos Schiff sinkt. Colombo kann sich schwimmend retten und bewältigt den Weg nach Lissabon, wo er bei anderen Genuesern unterkommt. Nach einer Reise bis Island lässt sich Colombo in Lissabon nieder [3].
Colombo wohnt in Lissabon, dem Zentrum der damaligen Schifffahrt (Huby, S.53), denn die von Heinrich dem Seefahrer geförderte Schifffahrt und die laufenden Entdeckungen an der afrikanischen Küste haben auch Genueser nach Lissabon gezogen, und Colombo sieht seine Chance, hier Seekapitän unter portugiesischer Flagge zu werden. Zuerst muss Colombo aber Schulbildung nachholen: Portugiesisch und Kastilianisch in Wort und Schrift sowie Latein, um die Schulbücher in Geographie lesen zu können. Beruflich schlägt er sich als Seekartenzeichner durch. Weitere Seefahrten ergänzen seine Schifffahrtserfahrung [3].
In den Schifffahrtskreisen ist die Meinung von Aristoteles und Seneca, wonach die Erde rund sei, weit verbreitet. Ein Hauptziel der Seefahrt sei es, Indien über den Atlantik auf "Westkurs" zu erreichen (Huby, S.53).
1478
Spanien: Einrichtung der Inquisition
gegen Bettelorden und Juden gerichtet (Reinhard, Bd.II., S.82).
[Anmerkung: Es kommt in den spanischen Kolonien Mittel- und Süd-"Amerikas" zu schweren Diskriminierungen von Juden, die meinen, sie könnten sich als "Christen" verkleidet in den spanischen Kolonien sicher fühlen. Die ist u.a. in der jüdischen Chronologie der Judenverfolgung "Scrolls of Fire" (deutsch: "Schriften des Feuers" beschrieben].
These eines neuen Kontinents zum Westweg nach Indien aus Florenz
In Florenz wird 1478 aufgrund rein theoretischer Überlegungen die Entdeckung eines vierten Kontinents erwartet (Reinhard, Bd.II., 45).
Sp: Heirat von Colombo, Umzug nach Madeira - Gattin Dona Felipa verschafft Colombo die portugiesischen Karten und Pläne
1479 heiratet Colombo Dona Felipa Perestrello, deren Vater einer der Kapitäne von Prinz Heinrich dem Seefahrer gewesen war. Sie haben einen Sohn Diego. Der hohe soziale Rang von Dona Felipa macht es Kolumbus möglich, wichtige Offizielle zu treffen. Sie verschafft Colombo auch die Karten- und Dokumentensammlung ihres Vaters. Von diesem Material gewinnt Colombo das Wissen um die portugiesischen Entdeckungen und Pläne [3].
1479
Spanien, Portugal: Friede von Alcáçova:
Spanien anerkennt Portugals Afrika-Monopole - Portugal erlaubt die spanische Besetzung der Kanarischen Inseln
Die beiden Mächte lösen im Frieden von Alcáçovas ihre Auseinandersetzung.
-- Isabella anerkennt das Monopol von Portugal für alle Gebiete südlich der kanarischen Inseln an, womit v.a. die Handelsmonopole für Gold, Pfeffer, Elfenbein und Sklaven für Portugal gesichert sind
-- Portugal erlaubt im Gegenzug den spanischen Schiffen, die kanarischen Inseln endgültig zu unterwerfen (Huby, S.45).
Papstbefehl: Vertrag von Alcáçovas: Spanien darf nicht nach Afrika
Spanien wird durch den Papst von Expeditionen an der afrikanischen Küste ausgeschlossen (Reinhard, Bd.II., S.39).
Portugal hat seine erste "Goldquelle", die Mine im Sudan, das Goldland "Punt". Das Kamel wird zum ersten Mal als Lasttier gebraucht und in Karawanen der Transport durch die Wüste organisiert. Handelsplätze sind zuerst Orte im Innern Afrikas, dann die Karawanenendpunkte an der Marokkoküste und in Cadíz (Huby, S.22).
8.
Fugger-"Aufstieg" - die Erde ist "rund" - Columbus-Träume nach Indien - die "Casa de India" Portugals - päpstliche "Hexenbulle" 1484 - Columbus wirbt beim spanischen König für den "Westweg" - Portugal kartographiert die afrikanische Westküste - "Kap der Stürme", dann "Kap der Guten Hoffnung"
1480 ca.
Süddeutschland: "Aufstieg" der Fugger in Augsburg
"Aufstieg" der kleinbäuerlichen Weberfamilie im 15. Jh. durch Handel und Geldgeschäfte (DTV-Atlas Bd.1, S.215).
Ende 15. Jh.
Die Lehre von der runden Erde setzt sich durch
auch auf der iberischen Halbinsel. Die These von einem direkten Westweg nach China, Japan und Indien verbreitet sich so immer mehr und die Umgehung des arabischen Handelsmonopols für Gewürze scheint immer mehr in greifbarer Nähe (Huby S.15).
Norweger bekannt?
Es ist nicht beweisbar, ob Columbus von den Wikingern, von "Grönland" und Neufundland gewusst hat oder nicht (Reinhard, Bd.II., S.38).
1480 ca.
Christofo Colombo wird Mitglied der "genuesischen Kolonie" in Portugal
Auch er ist von der Idee erfüllt, dass im Westen ein direkter Weg nach Indien existieren müsse. So wie die Florentiner Gruppe überschätzt er die Ausdehnung Asiens, unterschätzt den Erdumfang und rechnet gar mit nur 2400 heutigen Seemeilen von Portugal bis Japan (Reinhard, Bd.II., S.39)
um 1480
Portugal: Geburt von Fernao de Magalhaes
wahrscheinlich in Porto, als Sohne eines portugiesischen Adligen [7].
1481 (-1484)
Christoforo Colombo auf Afrikareise in portugiesischen Diensten
beim portugiesischen König Johann II. [3]
Er erlebt eine Reise zum portugiesisch-afrikanischen Hauptstützpunkt Elmina (heute in Ghana). Er erlebt dort neben der Seemannskunst die Kolonialwirtschaft im Stützpunktsystem kennen:
-- der Kapitalismus der Faktoreien
-- die Organisation der Sklaverei
-- der Goldraub
-- die Gewürze (Reinhard, Bd.II., S.39).
1481
Portugal: Einrichtung des portugiesischen Forts "Fort Sâo Jorge da Mina", später "Elmina" (Huby, S.45).
Portugal: Tod von König Alfons V., Nachfolger wird König Johannes II. (Huby, S.29).
ab 1481/1482
Die "Casa de Guiné" in Portugal - die "Casa da India" - das weltweite Handelsnetz als Ziel Portugals
1481/82 verlegt Johann II. die portugiesische Kolonialgeschäftszentrale "Casa de Guiné" von Afrika nach Portugal und benennt sie später in "Casa da India" um. Die portugiesische Krone organisiert den Flottenverkehr und den Warenumschlag, in untergeordnetem Rahmen auch mit ausländischer Kapitalbeteiligung (Huby, S.90).
Ziel ist der Aufbau des portugiesischen Netzes von Faktoreien (feitorias) von Afrika bis Japan (Huby, S.90).
ab 1482 ca.:
Kontakt zwischen Colombo und Toscanelli
-- Colombo nimmt mit Toscanelli Kontakt auf
-- Colombo bekommt Unterstützung für seinen "Westweg" vom Nürnberger Reisenden und Kaufmann Martin Behaim in Lissabon [5].
ab 1482 ca.
Distanzberechnungen für den "Westweg" nach Indien: Bibel, Marco Polo, "Imago Mundi" und Trümmerfunde als Indizien
Colombo rechnet die Distanz aus für seine zukünftige Indienfahrt und benutzt dazu Quellen wir die Bibel, die Schriften von Marco Polo und das Werk von Pierre d'Ailly "Imago Mundi". Dabei verwirft er alle Informationen, die nicht in seine Vorstellung passen.
Andere Leute machen ähnliche Berechnungen wie Colombo, aber keiner ist so optimistisch wie er. Eine Anzahl von Seeabenteuergeschichten unterstützen die These von Colombo, dass schon Land im "Meer der Dunkelheit" gesichtet worden sei.
Des weiteren unterstützen angeschwemmte Trümmerteile auf den Azoren die These von Colombo, dass das noch nicht "entdeckte" Land nicht allzuweit entfernt sein könne. Colombo glaubt schliesslich, dass Asien 3000 Meilen entfernt sei [3].
Christoph Kolumbus
1484
Papst: Hexenbulle
Papst Innozenz VIII. erlässt 1484 die "Hexenbulle" (DTV-Atlas Bd.1, S.230) gegen Frauen, denen "okkulte" Kräfte oder der "Bund mit dem Teufel" vorgeworfen wird (DTV-Lex. Bd.8, S.99).
Portugal: Colombos Projekt der Atlantiküberquerung: vom portugiesischen König abgelehnt
1484 trägt Colombo dem König Johann II. von Portugal seinen Plan vor, einen anderen Seeweg nach Indien als den um Afrika zu suchen (Reinhard II., S.39). Allgemein wird das Meer westlich von Portugal, das bisher nicht bekannt ist, als "Meer der Dunkelheit" bezeichnet [3].
Johann II. schafft einen "Wissenschaftlichen Beirat", der realistische Schätzungen für den Erdumfang hat. Deswegen ist Johann II. skeptisch und lehnt ab (Reinhard II., S.39).
Spanien: Colombo beim spanischen Königspaar Ferdinand und Isabella - Vertagung der Entscheidung - neue Heirat mit Beatriz Enriquez de Harana
Colombos Frau Dona Felipa Perestrello ist inzwischen gestorben. Nach den negativen Entscheid des Königs reist Colombo mit seinem Sohn Diego nach Spanien, um dort Unterstützung für seinen Plan der "Westwegsuche" zu finden. Diego landet in einem Franziskanerkloster in La Rabida [3],
um einem anderen König zu unterstehen, der vielleicht seinen Plan verstehen könnte [5].
Colombo macht Bekanntschaft mit einer Reihe einflussreicher Leute, die ihm helfen, seinen Plan des "Westwegs" beim Königspaar Ferdinand und Isabella zu präsentieren. Eine Regierungskommission wird zusammengerufen und prüft den Colombo-Plan.
1485
Colombos vergebliche Anfrage um die "Westindienexpedition" am kastilischen Hof - Absage - kastilisches Projekt: Granada-Besetzung
Colombo fragt am Hof von Kastilien-Aragón. Colombo stösst mit seinem Projekt aber auf wenig Begeisterung (Reinhard, Bd.II., S.39):
Isabella und Ferdinand haben erst gerade geheiratet und die Königshäuser Kastilien und Aragón vereint.
Beide haben als nächstes Projekt vor, Granada für das "Christentum" zurückzuerobern und vor den Arabern zu "befreien"
[obwohl die muslimische Kultur technisch und medizinisch viel fortschrittlicher ist].
-> der kastilische Hof will zuerst den Krieg mit den Muslimen "beenden" (Huby, S.53)
-> die Kommission trifft noch keine Entscheidung und lässt Colombo warten
-> Colombo heiratet in Cordoba seine zweite Frau, Beatriz Enriquez de Harana. Später haben sie einen Sohn Ferdinand/Fernando [3].
ab1485 ca.
Spanien im Krieg um Granada
-> Spanien ist in einem neuen finanziellen Engpass
-> Colombo wittert seine Chance, eine Expedition für den "Westweg" bewilligt zu bekommen (Reinhard, Bd.II., S.49).
ab 1485
Colombo kämpft für seinen "Indien"-Weg
Columbus setzt in den nächsten Jahren seine ganze Energie in Manöver, um eine Expedition über den Atlantik bewilligt zu bekommen:
-- er setzt die Religion als Argument für seine Westroute ein (Reinhard, Bd.II., S.40):
"damit man weiss, welche Wege man einschlagen muss, um unseren allerheiligsten Glauben daselbst zu verbreiten" (Huby, S.22)
-- er beginnt, Gewinnpläne zu entwerfen
-- er stellt sogar in Aussicht, er werden Jerusalem erobern: Wenn er vom Kap San Vicente gerade nach Westen fahre, so werde er geradewegs nach Jerusalem ankommen und die Araber im Rücken angreifen: "die Muselmanen im Rücken fassen" (Huby, S.23).
-- gleichzeitig macht sein Bruder Bartolomeo Colombo am englischen und französischen Hof Vorschläge für die Westroute
-- gleichzeitig schraubt Cristoforo Colombo aber auch seine Forderungen in die Höhe für den Fall, dass er Indien auf der Westroute entdecken würde: Rang, Titel, Prozentanteile an den Einkünften usw. (Reinhard, Bd.II., S.40)
1485 ca.
Portugal: Entdeckung des Kongo-Flusses - geplante Expedition unter Diaz
Die "Forschungsarbeiten" an der afrikanischen Küste südwärts werden unter Johann II. fortgesetzt. Als Diogo Cam/Cao dem König berichtet, er habe die Küste bis zum Kongo-Fluss abgefahren, plant Johann II. eine neue Expedition, die noch südlicher vordringen sollte. Als Leiter der Expedition wird Bartholomeo Diaz ausgewählt [4].
1486
Portugal: Geheime portugiesische Pläne für "Westweg": Einladung an Colombo
Trotz dem ablehnenden Bescheid an Colombo lässt der portugiesische Hof des Flamen Ferdinand van Olmen, der in portugiesischen Diensten steht, Pläne für einen Atlantik-Weg nach "Indien" ausarbeiten. Der Versuch wird aber nie durchgeführt (Reinhard, Bd.II., S.39).
1487
Port.: Expansionsplan des portugiesischen Königs Johann II. - Kämpfe in Marokko
Johann II. schlägt eine dreigliedrige Trippelstrategie ein, um in der Besetzung und "Missionierung" bzw. Versklavung des "ungläubigen" Kontinents Afrika voranzukommen:
-- Afrika soll landeinwärts ostwärts "erkundet" werden (Huby, S.47)
-- es soll so schnell wie möglich die Umschiffung des Kontinents erfolgen
-- er schickt zwei mohammedanisch verkleidete Spione über Kairo, davon den ersten Afonso de Paiva mit Botschaften zum Priesterkönig Johannes im fernen Afrika, den zweiten sprachkundige Spion Pero da Covilhâ aber nach Indien zu Erkundungen (Huby, S.48)
Im selben Jahr beginnen in Marokko, heftige Kämpfe auszubrechen (Huby, S.48).
August 1487
Portugal: Expedition unter Bartholomeo Diaz südlich des Kongo-Flusses
Mit zwei Karavellen und einem Versorgungsschiff verlässt Diaz Lissabon, segelt vom Kap Palmas direkt zum Kongo-Fluss und erreicht der Küste entlang Cabo de Volta, das heutige Lüderitz [4].
1487 / Neujahr 1488
Port.: Seefahrer Díaz am südlichsten Punkt Afrikas - "Kap der Stürme"
Díaz wird auf einer Seefahrt von Namibia aus durch einen Sturm weit nach Süden hinausgetragen. Als er zurücksegelt, landet er östlich der Südspitze Afrikas in der Region der heutigen Mosselbay. Die Mannschaft meutert und drängt zur Rückreise. Beim Passieren des Südspitze nennt Díaz den Felsen "Kap der Stürme" (Huby, S.47).
genauer:
Um den Neujahrtstag wird die Expedition von Diaz von einem Sturm erfasst und südwärts getrieben. Unbemerkt passieren sie die Südspitze von Afrika. Nach 13 Tagen fährt die Expedition wieder ostwärts, trifft jedoch keine Küste mehr an. Die Schiffe drehen nach Norden und stossen auf das Gebiet des heutigen Mossel Bay, jenseits des Kaps. Die Südspitze war umschifft.
Die müde und ängstliche Crew aber zwingt nun Diaz, umzukehren, statt dass die Expedition bis zum Indischen Ozean weiterfährt. Die Expedition kommt zum Kap, das Diaz das "Cabo Tormentoso"/"Cap der Stürme" nennt [4].
Dezember 1488
Portugal: Heimkehr der Expedition unter Diaz
[4]
Portugal: Der "Westweg" ist für Portugal nicht mehr aktuell
Als Diaz von seiner Umrundung des Kaps erzählt, ist für Johann II. von Portugal die Priorität für sein Land klar. Colombos Plan vom "Westweg" wird überflüssig. Colombo kehrt nach Spanien zurück [3].
1488
"Umbenennung" der Südspitze Afrikas: "Kap der Guten Hoffnung" - die Spion-Mission für Portugal entlang der Malabarküste und an der ostafrikanischen Küste
Johannes II. lässt das von Díaz benannte "Kap der Stürme" in das psychologisch wirksamere "Kap der Guten Hoffnung" umbenennen (Huby, S.48).
Die verkleideten Spione de Paiva und de Covilhâ treffen in Kairo ein. De Paiva stirbt noch vor seiner Weiterreise. De Covilhâ begibt sich auf dem Seeweg nach Indien und erkundet den Gewürzhandel an der Malabarküste, kommt hernach an die Ostküste Afrikas und erkundet diese bis zum heutigen Moçambique (Huby, S.49).
1489
Portugal: Silbermünzen
Portugal erfährt durch den monopolisierten Afrika-Handel in der Zeit von 1457 bis 1489 einen derartigen Zustrom von europäischen Silberbarren, dass die Einführung von hochkarätigen Silbermünzen wieder möglich ist (Huby, S.45).
1489: Weltkarte von Henricus Martellus
Weltkarte von Henricus Martellus, als erster mit dem Horn von Afrika 1489
1490
Kongoregion: "Christianisierung" bei gleichzeitiger Sklaverei - der Spion da Covilhâ bei Johannes dem Pristerkönig "gefangen" - der verschollene Bericht von da Covilhâ
Um 1490 wird die Region des Kongo-Flusses portugiesisch besetzt und Kontakt zum Herrscher Mbanza Congo aufgenommen. Portugiesische Missionare beginnen mit dem "Christianisierungsprogramm". Gleichzeitig wird die Sklaverei und die Deportation eingeführt, die der "christlichen Lehre" fundamental widerspricht. Die ökonomischen "Interessen" setzen sich jedoch gegen die zum Teil protestierenden Missionare durch (Huby, S.47).
Da Covilhâ kann seinen Reisebericht über Indien und die afrikanische Ostküste in Kairo einem jüdischen Händler übergeben, der den Bericht nach Portugal bringen soll. Da Covilhâ selbst begibt sich nach Abessinien zum Priesterkönig und heiratet dort. Selbst kommt er nicht mehr nach Portugal zurück, weil er dort "festgehalten" wird (Huby, S.49).
Der Rapport von da Covilhâ ist möglicherweise nie in Portugal angekommen. Die Lage darüber ist sehr unklar (Huby, S.49).
9.
Islam auf den Nelkeninseln 1490 - erste Indien-Fahrten Portugals - Portugal schwimmt im afrikanischen Gold - Spaniens Krone bewilligt den "Westweg" nach Indien - Granada 1492 spanisch besetzt, Vertreibung von Juden und Morisken - Columbus' Expedition erreicht die Karibik
1490
Islam auf den Nelkeninseln
Auch die Nelkeninseln westlich der Molukken und die Gewürzumschlagsinsel Amboina werden islamisch missioniert und dort Sultanate eingerichtet (Huby, S.69).
Im Verlauf der weiteren "Kolonisationen" kommt es zu einem weltweiten "Wettrennen" zwischen Islam und der Rom-Kirche. Schlimmste Massaker sind durch Fanatismus und Blindheit gegenüber dem Mitmenschen vorprogrammiert (Huby, S.69).
Portugal: Auftrag für Indienrundfahrt an Vasco de Gama
Vasco de Gama bekommt Aufträge für die Gewürz-Handelsstadt Calicut in Indien an der Malabarküste. Die Aufträge sind ansonsten jedoch so unpräzise und von auffallender Unkenntnis, dass der Bericht von da Covilhâ nicht bekannt gewesen sein dürfte. Zudem wird Vasco de Gama mit Geschenken ausgestattet, die eher auf afrikanische Verhältnisse zugeschnitten sind (Huby, S.49).
1490 ca.
Spanien: Cristoforo Colombo bei Königin Isabella
Franziskanermönche verschaffen Colombo Zugang zu Königin Isabella. Der Hof von Ferdinand berät das Vorhaben mit seinen Beratern (Reinhard, Bd.II., S.40).
Portugal: Kontrolle über den Goldhandel - die spanische Krone muss handeln
Um 1500 kontrolliert Portugal den europäischen Goldumlauf. Als Resultat des Versuchs von Bartholomeus Diaz und der Realisierung der Umrundung des "Kaps der Guten Hoffnung" wird Lissabon der Eingangshafen für asiatische Güter für Europa.
In den ersten Jahren nach 1500 unternimmt Portugal regelmässige Reisen nach Süd-Asien im Gewürzhandel. Die Spanier sehen den Erfolg der Portugiesen und entscheiden, in diesem Spiel (um Geld und Macht) mitzuhalten. So sollten die Anfragen von Cristoforo Colombo bei der spanischen Königin Isabella I. bald Erfolg haben, einen leichteren Weg nach Indien zu suchen, um das portugiesische Monopol auf asiatische Gewürze und Waren zu durchbrechen sowie Portugal im Goldhandel zu überrunden [8].
1491
Tod des Kronprinzen, Sohn Alfons
(Huby, S.49)
Die spanische Bewilligung für eine "Westweg"-Expedition nach Indien
Eine Gruppe von Conversos (getaufte Juden) und Genuesen aus der Umgebung von König Ferdinand geben den Ausschlag für die Westweg-Expedition von Colombo (Reinhard, Bd.II., S.40).
1492
Granada, das Reich der Nasriden, fällt der spanischen Reconquista zum Opfer und wird spanisch besetzt (DTV-Atlas Bd.1, S.187).
Die Reconquista ist damit "abgeschlossen". Sie war kein Kreuzzug, sondern ein Grenz- und Bandenkrieg, weniger ein Glaubenskrieg. Es ging um Land und Beute des untergehenden niederen Adels, vor allem für die unterversorgten, nicht erbberechtigten jüngeren Söhne, die sich nur mit der Waffe Land aneignen konnten (Reinhard, Bd.II., S.49).
[In Granada herrschen nun Gewalt und Inquisition, gar nicht "christlich", oder eben: sehr "christlich" für die damalige Zeit, gegen jedes Bibelgebot].
ab 1492
Hetze in Spanien: Vertreibung der Juden und Moriskos
(DTV-Atlas Bd.1,S.187,S.155).
Spanien: Bischöfe und Ordensleute werden Inquisitionäre
Bischöfe und Ordensleute nehmen ab 1492 zugleich das Amt des Bischofs wie auch des Inquisitionärs an und vereinen beide Posten in Personalunion (Reinhard, Bd.II., S.82).
April 1492
Bewilligung von Isabella und Ferdinand zur "Westweg"-Expedition: "capitulación" ["Vertrag"]
(Reinhard II., S.40)
Vertragschliessung in Santafé über eine Expedition nach Ostasien am 17.4.1492:
-> Colombo erhält drei Schiffe, ("Santa Maria", "Pinta" und Niña") [5]
-> Cristofo Colombo erhält den Auftrag zum Entdecken und Erwerb von Inseln und Ländern im Ozean
-> Cristofo Colombo wird in den Adelsstand erhoben
-> Cristofo Colombo wird erblicher Admiral und Vizekönig der betreffenden Gebiete
-> Cristofo Colombo soll einen Zehntel des Ertrags erhalten
-> Cristofo Colombo soll sich mit einem Achtel an der Ausrüstung sämtlicher Schiffe beteiligen dürfen
-> aus Privatbesitz werden Cristofo Colombo drei Schiffe (Reinhard II., S.40) zur Verfügung gestellt, zwei kleine wendige Karavellen und eine schwere Nao
-> Ausgangshafen soll Palos sein (Reinhard II., S.41), denn Palos muss die Schiffe bauen als Kompensation für eine Missetat gegenüber Ferdinand und Isabella [3].
Königin Isabella I. von Kastilien
3.8.1492
Abfahrt der ersten Westweg-Expedition von Colombo (Kolumbus)
Abfahrt von Palos zu den Kanarischen Inseln (Reinhard, Bd.II., 41).
Colombo fährt mit drei Schiffen aus:
-- dem von ihm kommandierten Flaggschiff "Santa Maria"
-- dem Schiff "Nina" unter Befehl von Vincente Yanez
-- dem Begleitschiff "Pinta" unter Befehl von Martin Alonso Pinzón (Huby, S.53).
6.9.1492
Abfahrt der ersten Westweg-Expedition von den Kanaren ins Ungewisse
unter Cristofo Colombo, die Besatzung hat mit psychischen Problemen zu kämpfen (Reinhard, Bd.II., 41).
Führungsstil von Colombo ohne Härte
Cristofo Colombo pflegt keinen harten Führungsstil, sondern regelt Unstimmigkeiten mit guten Worten und reichen Versprechungen. Dies ist eher Abwiegeln als ein Lösen der Probleme. Colombo schafft es jedoch immer mit Geduld, sich durchzusetzen (Huby, S.53).
Die erfundenen Inseln im Atlantik - psychische Probleme auf der Expedition Colombos
Toscanellis Karten mit den angenommenen Inseln im Atlantik erweisen sich als falsch.
-> Martin Alonso Pinzón, Kapitän der "Pinta", und dessen Bruder Vincente Yanez, Kapitän der "Nina", beschwören Colombo immer wieder, umzukehren
-> Colombo gelingt es jedes Mal, sie für ein paar Tage zu überreden, weiterzufahren (Huby, S.53).
1492
Judenverfolgung in Spanien
1492 beginnt das spanische Königshaus mit Massenvertreibungen der Juden aus Spanien. Die Juden flüchten auf den afrikanischen Kontinent, nach Holland [und England?] oder bleiben in Portugal (Huby, S.49).
Ankunft der Expedition von Colombo in den Bahamas
Columbo-Expedition: "Entdeckung" Haitis
Colombo-Expedition: "Entdeckung Kubas"
Kolumbus glaubt, bei der Insel Kuba handle es sich um Zipangu (heute: Japan), ist aber enttäuscht, da er weder Gold noch Perlen findet, die bei Marco Polo angekündigt sind. Kolumbus glaubt, er sei nicht weit vom chinesischen Tatarenreich von Kubai-Khan entfernt (Huby, S.43).
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Quellen
[1] Internet: M.Payer: Chronik zur Geschichte der Philippinen
[2] http://www.kartoffel-geschichte.de/Erste_Furche/Gen_Europa/gen_europa.html
[3] Internet: R.H. Ossian: Pirate King's Library: Christopher Columbus
[4] Internet: R.H. Ossian: Pirate King's Library: Bartholomew Diaz
[5] Internet: H.Mückler: Kolumbus, Christoph
[6] Internet: R.H.Ossian: Pirate King's Library: Francisco Pizarro
[7] Internet: R.H.Ossian: Pirate King's Library: Ferdinand Magellan
[8] http://web.historiy.ufl.edu/west1/expan.htm
Fotoquellen
Grönland und Vikinger
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-- Leif Erikson: Portrait auf Münze: http://www.mindekirken.org/LEIF/leif_medallion.htm
-- Leif Erikson: Karte mit der Route Grönland-Neufundland:
http://www.asij.ac.jp/elementary/gr5web/c5r/explorer_reports/leif_erikson.htm Wikinger
-- Karte von Europa mit Vinland: The world before Columbus: http://www.pbs.org/newshour/bb/science/map_2-13.html
-- Vikingerschiff: http://www.mgar.net/var/explora1.htm
Italien
-- Giovanni da Pian del Carpine, Portrait:
http://www.sanfrancescoassisi.org/index.php?dir=umbria&subdir=trasimeno&lang=ita&url=trasimeno.htm
-- Niccolo und Matteo Polo: http://www.monkeytree.org/silkroad/travelers.html
-- Karte der "Seidenstrasse" vor dem Bruch des Seidenmonopols:
http://www.thebritishmuseum.net/thesilkroad/(5nwi5q2jov0xytyojtjfcyq3)/silkroadXML.aspx
-- Kublai-Kahn, Portrait: http://www.voyager.in/Kublai_Khan
-- Marco Polo jung: http://www.thetech.org/exhibits_events/online/revolution/winblad/i_a.html
-- Karte der Mongolenreiche in Asien, daneben Europa und Afrika: http://lfa.atu.edu/ssphil/people/ssjw/wc1/mongols.htm
-- Karte mit der Position von Hangzhou, heute China: http://www.vizionics.com/DSChina/Images/ChinaMap.jpg;
http://users.rcn.com/avizulis/DSChina/
-- Karte mit der (angeblichen) Reiseroute von Marco Polo: http://www.yesnet.yk.ca/schools/projects/renaissance/marcopolo.html-- Weltkarte von Pietro Vesconte 1321: http://www.geog.uni-heidelberg.de/~ttavk/weltkarten/1321-PietroVesconte01.jpg
-- Marco Polo im Alter: http://www.kyrene.k12.az.us/schools/brisas/sunda/great/2amy.htm
-- Karte der Pestausbreitung in Europa: http://www.geography.uc.edu/~weisner/courses/216/middle.htm-- Weltkarte von Borgia (1410-1458), 1430 ca. Gravur auf eine Eisenplatte:
-- König Dinis von Portugal: http://www.brasil.sk/kultura/historia/dinis.html
-- Karte der Handelsbeziehungen zwischen Portugal und Afrika: http://www.lib.utexas.edu/maps/middle_east_and_asia/n_africa_mid_east_pol_95.jpg
-- Statue von Heinrich dem Seefahrer in Lagos: http://algarve-kontakt.com/ges-heinrich.html
-- Heinrich der Seefahrer, Portrait: http://encyclopedia.thefreedictionary.com/Henry%20the%20Navigator
Italien: Florenz, Medici, Mailand
-- Wappen der Medici: http://www.toskana-montaione.com/Florenz.htm
-- Karte Portugal Madeira Kanarische Inseln: http://www.answers.com/topic/madeira-islands
http://www.henry-davis.com/MAPS/LMwebpages/237.html
-- Weltkarte von Andrea Bianco 1432. Der Osten ist zuoberst, das Mittelmeer entwässert nach unten.
http://www.associazionesangiacomo.it/ricerca%20Colombo/slides/ 1436(o1432)%20Andrea%20Bianco%20BMV%20It.z76tav2.html
-- Medici-Festung mit Rundturm ("Maschio"), Volterra:
http://www.museumsinflorence.com/landscapes/pagine%20foto%20toscana/volterra_the_castle.html
-- Giovanni Boccaccio, Portrait, italienischer Schriftsteller, Dichter und Humanist:
http://enciklopedia.fazekas.hu/gallery/vilag/gallery.htm
-- Francesco Petrarca, Portrait, italienischer Humanist und Dichter: http://www.eckhart.de/litera.htm
-- Cosimo de Medici, genannt "der Alte" ("il Vecchio"): http://de.wikipedia.org/wiki/Medici
-- Weltkarte von Andreas Walsperger 1448: http://www.henry-davis.com/MAPS/LMwebpages/245.html
Mailand, Florenz, und dann Portugal
-- Francesco Sforza, Gründer der Sforza-Dynastie in Mailand: http://en.wikipedia.org/wiki/Francesco_Sforza,_Duke_of_Milan
-- Paolo dal Pozzo Toscanelli: http://utopia.utexas.edu/project/portraits/
-- König Alfonso V. von Portugal: http://de.wikipedia.org/wiki/Alfons_V._%28Portugal%29
-- Genueser Weltkarte von 1457: http://academic.emporia.edu/aberjame/map/h_map/h_map.htm
-- Bartolomeo Diaz: http://www.scuola.com/cinquecento/oceani/pag/ragazzi/cartografo/01.htm
-- Lorenzo de Medici il Magnifico: http://www.liberliber.it/biblioteca/m/medici/
-- Botticelli Portrait: http://arliquido.blogs.sapo.pt/arquivo/2004_04.html
-- Botticelli: Frühlingstanz: http://www.signumrecords.com/artists/concerto_delle_donne/
-- Michelangelo Buonarroti, Büste: http://www.wga.hu/frames-e.html?/html/f/finelli/buonarro.html
-- Michelangelo Buonarroti: Der Sündenfall: http://www.paintingstogo.com/buonarroti.html
Kolumbus
-- Karte des Atlantiks von Toscanelli (Nachzeichnung von Hapgood) mit Japan / Cipango:
http://www.henry-davis.com/MAPS/LMwebpages/252.html
-- Christoph Kolumbus: http://www.rinodistefano.com/it/articoli/
-- Weltkarte von Henricus Martellus, als erster mit dem Horn von Afrika 1489:
http://www.imagesonline.bl.uk/britishlibrary/controller/subjectidsearch?id=9204&startid=1302&width=4&height=2&idx=2
-- Königin Isabella I. von Kastilien: http://www.crimelibrary.com/notorious_murders/mass/torquemada/2.html
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