Studien beweisen: Geld macht egoistisch
aus: n-tv online: Überraschende Wirkung: Geld macht egoistisch,
16.11.2006, http://www.n-tv.de/733848.html
"Geld ist ein zweischneidiges Schwert: Schon die Abbildung von
Banknoten
motiviert Menschen zu höherer Leistung, macht sie aber auch weniger
hilfsbereit. Das fanden US-Psychologen in einer neuen Studie heraus. In
neun Versuchsreihen stellten sie fest, dass Probanden sich stärker auf
ein Ziel konzentrierten, wenn Geld im Spiel war. Parallel zum erhöhten
Einsatz isolierten sie sich aber auch mehr von anderen, wurden
knauseriger und weniger bereit, sich von erworbenem Gut zu trennen. Die
Ergebnisse ihrer Untersuchung stellte die Marketingforscherin Kathleen
Vohs von der Universität von Minnesota im Wissenschaftsmagazin
"Science" (Bd. 314, S. 1155) von diesem Freitag vor.
Danach reichte schon die Abbildung von Geldscheinen oder die
Ankündigung eines Bonus als Motivation zu verstärktem Einsatz- und zur
Isolation von anderen. Probanden mit keinem oder wenig Geld waren
hilfsbereiter, rückten ihre Stühle näher aneinander und nahmen sich
mehr Zeit, Fragen zu beantworten. Dagegen bückten sich
Studienteilnehmer mit Geld in der Tasche oder der Aussicht darauf
seltener, um etwa Bleistifte aufzuheben. Sie arbeiteten lieber allein
als mit anderen zusammen und gaben knappere Hinweise, um Hilfesuchenden
beispielsweise den Weg zu erklären.
In ihrer Zusammenfassung nennt die federführende Autorin das
Ausmass der monetären Wirkung "bemerkenswert und irgendwie
überraschend". Es bestätige die landläufige Meinung, dass Geld dazu
verführe, nur noch an sich selbst zu denken. Historisch gesehen habe
Geld die Individualisierung des Menschen gefördert und zur gleichen
Zeit seinen Sinn für die Gemeinschaft geschwächt, heisst es bei Vohs."
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